Montag, 22. August 2011

Bin wieder zurück!

Liebe Familie, Freunde und Blog-Leser

Die 8 Wochen sind vorbei und ich bin gesund und munter wieder zu Hause. Nach unglaublich vielen Erlebnissen und neuen Erfahrungen, nach gut 15’000km Pisten und Strassen ist unsere kleine Karawane von 4 Fahrzeugen gestern Abend in Konolfingen bei Bern eingetroffen und wurde herzlich in Empfang genommen.
Ich habe viele wunderschöne Erinnerungen und über 2700 Fotos mit nach Hause genommen, die es nun langsam zu verdauen und zu verarbeiten gilt. Meinen Blog habe ich mit den letzten Notizen aktualisiert und das Fotoalbum auf meiner Webpage ist mit ausgewählten Fotos erweitert worden.

Das wär’s; neues wird nicht mehr dazu kommen. Ich danke allen für die Kommentare, die ich zwischendurch erhalten habe, und die mich ermuntert haben, meinen Blog weiterzuführen und weitere Fotos einzustellen, woraus ich nun ein Reisebuch erstellen kann. Aber zuerst muss ich mich wieder ans ‚normale’ Leben angewöhnen. Ich habe noch eine Woche Zeit dazu J.

Mit lieben Grüssen und bis bald
Michel   

Sonntag, 21. August 2011

21-Aug-2011

Strecke:              von Konolfingen nach Ramlinsburg, 90km
Wetter:               sonnig und bis 34°C

Am Morgen trafen wir uns um 09:00h zum letzten gemeinsamen Frühstück auf der Terrasse des Parkhotels. Dann kam der Moment, wo sich die ersten verabschiedeten und auf den Heimweg machten und sich die tolle Gruppe langsam auflöste.
Jeder von uns nimmt viele gute Erinnerungen, viele neue Eindrücke und Erkenntnisse und viele Fotos mit sich nach Hause, die es nun langsam zu ‚verdauen’ gilt. Wir alle sind froh, dass wir diese 8 Wochen, die über 15’000km und die Strapazen der Reise so gut und unbehelligt überstanden haben und nun lange von all dem zehren können. Und vielleicht werden wir uns bald wieder treffen, um Fotos und Erinnerungen auszutauschen. Es wäre toll!

20-Aug-2011

Strecke:              von Venedig nach Konolfingen, 560km
Wetter:               sonnig und bis 36°C

Habe wieder bestens in meiner geräumigen Kabine geschlafen. Um 07:00h klingelte mein Wecker, da wir für 07:30h zum Morgenessen abgemacht hatten und um 08:00h (alles griechische Zeit) auf dem obersten offenen Deck stehen wollten. Hat alles bestens geklappt. Als wir oben standen, haben wir beidseitig schon Land und vor und hinter uns weitere Schiffe sehen können, die sich wie auf einer Schnur aufgereiht, Venedig näherten.
Die Einfahrt in Venedig ist absolut eindrücklich. Schon weit aussen beginnen die mit Fahrtonnen gekennzeichneten Einfahrkanäle, die Schiffe müssen ihre Geschwindigkeit drosseln und die grossen Pötte (wie unsere Fähre) werden zusätzlich durch eine Schlepper begleitet, der hinten am Schiff mit einer dicken Leine mit dem einfahrenden Schiff verbunden wird. Der Einfahrtskanal windet sich um vorgelagerte Inseln, bis man steuerbords die ganze Szenerie von Venedig vor sich hat: Markus-Turm, Dogenpalast, Markus-Platz und vieles mehr. Unsere Fähre war so hoch, dass wir die Häuser bei weitem überragten und einen sehr guten Ueberblick über das morgendliche Venedig geniessen konnten, welches ganz langsam an uns vorbei zog. Super!
Schliesslich erreichten wir den Hafen von Mestre und der Kapitän legte den riesigen Kahn gekonnt zwischen anderen Kreuzfahrtschiffen und Fähren an der vorgesehenen Mole an. Mittlerweile war es 10:00h griechische und 09:00h lokale Zeit. Bis dann die über 900 Autos und Lastwagen aus dem riesigen Bauch ausgeladen waren und wir mit unseren Autos auf dem Pier standen, verging über eine weitere Stunde und wir Fahrer wurden von unseren Passagieren sehnlichst in warmer Sonne erwartet.  
Später als geplant konnten wir Venedig verlassen und machten uns auf die letzte Etappe via Mailand – Domodossola – Simplon – Lötschberg-Tunnel – Spiez nach Konolfingen bei Bern. Mit Ausnahme eines unfallbedingten Staus auf der Autobahn vor Mailand kamen wir sehr zügig voran und passierten den Grenzübertritt in Gondo sowie das Verladen auf den Autozug in Goppenstein ohne weitere Verzögerung. Nach über 15’000km fuhren wir beim Parkhotel Schloss Hünigen bei Konolfingen im Konvoi und mit 3-Klang-Hörnern auf den Parkplatz und wurden von Familien, Freunden und den Mitgliedern der ersten Reisegruppe mit grossem Hallo und einem Glas Champagner empfangen. Fabienne und Cédric bereiteten mir einen herzlichen Empfang, was mich riesig freute.
Beim gemeinsamen Nachtessen auf der Terrasse des Parkhotels gab es viel zu erzählen und zu berichten und es wurde spät, bis wir uns in unsere Zimmer zurückzogen.

19-Aug-2011

Strecke:              unterwegs mit Fähre ab Patras, Griechenland, nach Venedig
Wetter:               sonnig und feucht

Habe hervorragend geschlafen und bin erst aufgestanden, als wir gegen 07:30h in Corfu eingelaufen sind. Auf dem Schiff herrschte einerseits schon rege Betriebsamkeit, andererseits sah man überall noch schlafende Menschen in ihren Schlafsäcken oder unter Decken. Ein mächtiges Durcheinander!
Auf dem Pier standen viele Autos, zum Teil mit Bootsanhänger, Wohnwagen, aber auch Wohnmobile und Lastwagen, die alle noch im Bauch der grossen Fähre verstaut werden mussten. Während der Verladezeit habe ich mir ein gutes Frühstück im Selbstbedienungsrestaurant gegönnt. Dann Ausfahrt von Corfu, entlang der Insel auf’s offene adriatische Meer hinaus. Von jetzt an werden wir wohl nicht mehr viel Land sehen bis nach Venedig.
Der Rest des Tages wird verbracht mit Lesen, Herumschlendern auf den verschiedenen Decks, Blog und Foto-Index nachführen. Um 19:00h trafen wir uns alle bei der Rezeption, um gemeinsam den Tag bei einen Apéro und feinen Nachtessen abzuschliessen. Tönt leichter als es war: damit wir alle 13 zusammen in der Bar Platz fanden, mussten wir zuerst bei einer Sitzgruppe Schlafsäcke bei Seite legen (was mit einigem Murren der Besitzer quittiert wurde) und das geplante Nachtessen um 20:00h mussten wir auf die zweite Runde um 21:00h verschieben, weil das bediente Restaurant schon proppenvoll belegt war. Dafür genossen wir auf dem offenen Deck einen wunderschönen Sonnenuntergang und hatten nachher mehr Ruhe und die volle Aufmerksamkeit der sehr freundlichen Kellner. Zum Nachtessen genossen wir nochmals griechische Mezze (diverse Vorspeisen) und dann Feines aus dem Meer.  
Diese 2 Nächte und dieser gemütliche Tag auf der Fähre sind ein tolles Ausklingen unserer Expedition vom Orient in den Okzident. Wir haben Zeit, um Erlebnisse in Gedanken und anhand von Fotos nochmals Revue passieren zu lassen und uns so langsam auf das Leben ‚B’ nach diesen wunderbaren 8 Wochen vorzubereiten. Aber noch ist es nicht ganz so weit!  
Wir sind alle gespannt auf das Einlaufen in Venedig morgen früh und dann auf das Zusammentreffen mit Familien, Freunden und den Mitgliedern der Reisegruppe Bern-Peking in Konolfingen bei Bern morgen Abend.

18-Aug-2011

Strecke:              von Athen nach Patras, Griechenland, 375km
Wetter:               sonnig, bis 41°C

Am Nachmittag des gestrigen Tages ist einem Mitglied unserer Reisegruppe leider die Brieftasche samt Pass aus dem Rucksack gestohlen worden. Uns das in Europa! Aber zum Glück auch erst jetzt, sonst wären alle Visa für die Einreise in die verschiedenen Länder fast unmöglich geworden. Mit der Botschaft konnte zum Glück noch gestern Abend vereinbart werden, dass heute Morgen Ersatzpapiere bereitstehen würden; und es hat geklappt! Wir können weiter!
Kurz nach 09:00h verliessen wir Athen und fuhren Richtung Korinth. Dort stand die Besichtigung des Kanals von Korinth auf dem Programm, welcher 1881-1893 erbaut worden ist. Der Kanal misst eine Länge von 6.3km, ist 24.6m breit (auf Seehöhe) und die Wände sind 79m hoch. Der Kanal verkürzt die Fahrstrecke für Schiffe zwischen den Häfen der Adria und der Ägäis um gut 130 Seemeilen, da der ganze Peloponnes sonst umfahren werden müsste. Ein imposantes Bauwerk, welches am 28. Oktober 1893 eingeweiht und dem Verkehr übergeben worden ist. Unterhalb einer Brücke über den Kanal hat sich ein Bungy Jumping Betrieb eingerichtet, und wir konnten zwei waghalsigen Sprüngen in die Tiefe zusehen. Nichts für mich!
Auf dem Peloponnes verliessen wir die Hauptverbindungsstrasse nach Patras und stachen südwärts, dem Meer entlang, in Richtung Epidavros vor. Epidavros ist bekannt für ein sehr gut erhaltenes Amphitheater, welches bis 14'000 Zuschauer fassen kann. Das Bauwerk sowie die Akustik des Amphitheaters sind sehr eindrucksvoll.
In einem Hafenrestaurant in Nafplio gabs Köstlichkeiten aus dem Meer, bevor wir dann wiederum via Korinth nach Patras, dem Ziel des heutigen Tages fuhren. Da das Einschiffen erst ab 21:00h möglich war, genossen wir einen Sundowner auf einer Anhöhe oberhalb Patras mit wunderschöner Sicht über die Stadt, den Hafen und die neue Hängebrücke rüber zu Festland-Griechenland.
Das Verladen klappte reibungslos. Unsere 4 Fahrzeuge sind irgendwo tief im Bauch der grossen Fähre parkiert, Zutritt ist bis Venedig nicht mehr möglich. Ich habe eine schön grosse Aussenkabine mit viel Platz und kleinem Bad bezogen. In den Gängen, unter den Treppen, in verschiedensten Nischen und auf den Decks haben sich Familien, Rucksack-Touristen und andere Gäste mit kleinerem Budget gemütlich eingerichtet, indem sie Matten und Schlafsäcke ausgelegt haben und auch so die Überfahrt mitmachen. Ich ziehe mein gemütliches Bett vor!

Mittwoch, 17. August 2011

17-Aug-2011

Ort:                     Athen, Griechenland
Wetter:               sonnig, bis 36°C

Um 07:30h trafen wir uns in der Lobby des Novotel, um früh zur Akropolis aufzubrechen. Mit der Metro fuhren wir bis zur Station ‚Acropolis’ und spazierten gemütlich zum Eingang des Acropolis Parkes, da die Türen erst um 8:00h geöffnet wurden. Und es machte sich bezahlt: erst ganz wenige Leute, noch angenehme 28°C und schönes warmes Morgenlicht (ideal zum Fotografieren). So kletterten wir durch die Ausgrabungen bis zum Parthenon, welcher zuoberst auf dem Hügel steht. Vielerorts wird gearbeitet, vermessen und aufgezeichnet, um die Gebäude nach den neuesten Möglichkeiten zu erhalten. Von oben hatten wir einen herrlichen Rundblick über die ganze Stadt Athen.
Als wir gut eine Stunde später zurück wollten, mussten wir gegen Menschenmengen ‚ankämpfen’, die sich zum Parthenon drängten; ganze Busladungen waren anscheinend gleichzeitig ausgeladen worden. Wir waren froh, dass wir nicht dort drin steckten.
Dann teilte sich unsere Gruppe wieder auf und ich schloss mich denen an, die mit dem hop-on-hop-off Sightseeing-Bus die Stadt erkunden wollten. Wir wählten das Kombi-Ticket für Rundfahrt in der Altstadt und ins Hafenviertel (Piräus), setzten uns in den oberen Cabriolet-Stock und liessen uns durch die Strassenschluchten und an verschiedenen historischen Bauten entlang schaukeln. Es wurde immer heisser und feuchter!
Beim Fleisch- und Fischmarkt stieg ich aus und spazierte durch die grossen Markthallen, um dem lokalen Treiben zuzusehen. Dann suchte ich den Weg zur Umsteigestation für die Piräus-Rundfahrt, fand den Bus und wiederum einen freien Platz im Oberdeck. Unten im Hafen waren neben Fähren ein paar grosse Kreuzfahrtschiffe vertäut und drängten sich viele Autos, Taxis, Lieferwagen und Menschen auf den Piers. Bei der Wendeschlaufe der Busrundfahrt (beim 2. Pireaus Cruise Ship Terminal), traf ich wieder auf ein paar Mitglieder unserer Reisegruppe und wir beschlossen im alten Hafen ‚Mikrolimano’ etwas zu Mittag zu essen. Der Sightseeing-Bus brachte uns in die Nähe und wir fanden ein kleines Hafen-Restaurant gerade am Wasser, wo uns griechischer Salat und Calamares serviert wurden. Sehr fein!
Wieder mit dem Bus ging’s dann zurück in die Stadt, wo ich noch etwas Shopping geplant hatte.
Total verschwitzt und erledigt bin ich schliesslich ins Hotel zurück gekommen. Wir sind zwar höhere Temperaturen gewöhnt, aber was uns hier zu schaffen macht, ist die hohe Luftfeuchtigkeit. Zum Glück habe ich noch genügend Wäsche zum wechseln!
Für heute Abend ist wieder irgendwo ein gemeinsames Nachtessen vorgesehen. Und morgen können wir ausschlafen; Abfahrt ist erst gegen 09:00h geplant!

Dienstag, 16. August 2011

16-Aug-2011

Strecke:              von Thessaloniki nach Athen, Griechenland, 567km
Wetter:               sonnig, bis 36°C

Wir hatten geplant nach einem frühen Morgenessen um 07:30h loszufahren, aber leider hatte eine grosse Reisegesellschaft (Ladung von 2 Cars) die gleiche Idee, sodass sich am Morgenbuffet schon der erste Stau ergab. Das war neu für uns!
Mit leichter Verspätung ging’s dann los. Auf dem Programm stand nicht einfach der Transfer nach Athen (wären rund 510km gewesen), sondern ein Umweg über Delphi, der Stadt, die gemäss griechischer Sagen den Mittelpunkt der Welt darstellt und wo sich das berühmte Orakel von Delphi befindet.
Die ersten gut 200km konnten wir relativ schnell auf gut ausgebauten Autobahnen abklappern. Nach Lamia verliessen wir dann aber die Hauptstrasse/Autobahn und stachen auf einer kleineren Seitenstrasse quer über verschiedene Hügelzüge (z.T. bis auf 700müM) ins Landesinnere nach Delphi vor.
Delphi empfing uns bei drückender Hitze. Da alles am Hang liegt und wir zu Fuss hoch klettern mussten, waren wir bald alle schweissnass, liessen es uns aber nicht nehmen, bis zu oberst zu steigen. So sahen wir die Ruinen verschiedener Tempel (u.a. Apollo-Tempel), das Amphitheater sowie ganz zu oberst das Station. Zu oberst angekommen entleerte sich eine schwarze Regenwolke über uns, sodass wir fluchtartig unter verschiedenen Bäumen Unterschlupf suchen mussten. Es wurde dadurch aber nicht kühler, sondern nur noch feuchter! Aber der Blick vom Stadion über die Ruinen von Delphi bis hinunter ins Tal, das dicht mit Olivenbäumen übersät ist, war wunderschön.
Von Delphi aus machten wir uns endgültig auf Richtung Athen. Die Stadt erreichten wir im Abendverkehr, aber im Vergleich zu den iranischen und türkischen Städten war der Verkehr hier sehr gesittet. Dank einem Taxi, welches uns voraus fuhr, fanden wir das Novotel auch relativ schnell, sodass wir genügend Zeit für Duschen und Erholen hatten.
Für das Nachtessen fanden wir nicht weit vom Hotel entfernt ein gutes Restaurant mit genügend Platz unter freiem Himmel und liessen uns verschiedene griechische Spezialitäten servieren. Mein Lamm vom Spiess war hervorragend und inkl. allen Getränken (mit Wein und Bier) bezahlten wir für 11 Personen keine 150.00 Euro!
Für morgen ist Sightseeing in Athen vorgesehen. Mehr darüber später…  

15-Aug-2011

Strecke:              von Istanbul, Türkei, nach Thessaloniki, Griechenland, 610km
Wetter:               sonnig, bis 36°C

Nach früher Tagwache und frühem Morgenessen fuhren wir noch vor dem grossen Morgenverkehr aus Istanbul raus und hielten uns westwärts, Richtung Flughafen Atatürk. Nach erst rund 40km Fahrstrecke hatten wir das Gefühl, dass wir die endlos grosse Stadt mit Vororten hinter uns gelassen hatten und fuhren weiter dem Marmara-Meer entlang bis nach Tekirdag und von dort weitere gut 100km bis nach Ipsala an der türkisch – griechischen Grenze.
Der Grenzübertritt verlief wie erwartet problemlos. Nach kurzen 15 Minuten hatten wir die Türkei verlassen, und nach weiteren wenigen Minuten waren wir in Griechenland, und damit dem Schengenraum, eingefahren. Ein Klacks im Vergleich zu allen bisherigen Grenzübertritten!
Bald schon fanden wir uns in hügeliger Landschaft mit mehr und mehr Olivenbäumen. Und bald war linkerhand auch wieder Wasser zu sehen, diesmal Buchten der Ägäis. In einem schönen Restaurant mit grosser offener Terrasse und Sicht auf’s Meer machten wir Mittagshalt und genossen verschiedene Köstlichkeiten aus dem Meer. Die gegrillten Sardinen, die ich für mich bestellt hatte, waren hervorragend! Und wir waren nicht die einzigen in diesem Restaurant; mehr und mehr Familien trafen ein, bis fast jeder Stuhl besetzt war und die Küchenmannschaft voll am Rotieren war. Erst später ist uns eingefallen, dass ‚Maria Himmelfahrt’ gefeiert wurde und deshalb alles Zeit hatte, um gemütlich zu essen!
Kurz nach 16:00h erreichten wir dann Thessaloniki, die zweit-grösste Stadt von Griechenland und schwenkten Richtung Süden, um etwas ausserhalb der Stadt das Hotel ‚Sun Beach’ zu erreichen. Kaum eingecheckt, stürzten sich einige von uns (ich inklusive) in unsere Badehosen, um einen lange ersehnten Schwumm im Meer zu nehmen. Das Wasser der Ägäis war sehr angenehm warm und erstaunlich salzhaltig, was dazu führt, dass man starken Auftrieb hat und einfach auf dem Wasser liegen konnte.
Zum Nachtessen spazierten wir an die nahegelegene kleine Strandpromenade, suchten uns ein Restaurant am Strand und genossen nochmals Köstlichkeiten aus dem Meer unter dem aufgehenden Mond.

Sonntag, 14. August 2011

14-Aug-2011

Ort:                     Istanbul, Türkei
Wetter:               sonnig und feucht, bis ca. 30°C

Wiederum in Gruppen zottelten wir los, um weitere Highlights von Istanbul zu erkunden. Meine Gruppe fuhr mit Taxis zur Kariye Kirche, welche sich durch sehr feine Mosaike auszeichnet, die viele Bibelszenen darstellen. Wiederum mit Taxis fuhren wir zum Café ‚Pierre Lotti’ (französischer Schriftsteller) von dessen Aussichtsterrasse wir eine gute Sicht über die Bucht des ‚Golden Horn’ (Seitenarm des Bosporus) bis zur Atatürk Brücke und den im Dunst liegenden verschiedenen Moscheen von Istanbul hatten.
Nach der Besichtigung einer weiteren Moschee (Name ist mir leider entfallen), wollten wir mit einem Fährboot zurück zur Galata Brücke fahren. Da es aber keine Kursboote gab, stellten sich zwei Männer zur Verfügung, uns mit ihren privaten Holzkähnen durch das ‚Golden Horn’ hinunter zur ‚New Galata Bridge’ zu fahren. Wir genossen diese 30-minütige Fahrt unter der Atatürk-Brücke hindurch bis zur kleinen Anlegestelle!
In einem kleinen Fisch-Restaurant unter der Galata Brücke bestellten wir uns ein leichtes Fisch-Mittagessen bevor wir uns wieder in kleine Gruppen aufteilten. Meine Gruppe schlenderte quer durch die Altstadt zurück zum Hotel, um den Nachmittag in Ruhe und in der Umgebung des Hotels zu geniessen. Für heute Abend ist wieder ein gemeinsames Nachtessen irgendwo in der Altstadt geplant. Und morgen Montag geht es dann früh weg in Richtung Griechenland.

13-Aug-2011

Ort:                     Istanbul, Türkei
Wetter:               sonnig, bis ca. 25°C

Für heute waren folgende Besichtigungen geplant: Hagia Sophia (oder Aya Sofia), Blaue Moschee (oder Sultanahmet) und die Zisternen; alles in wenigen Minuten vom Hotel aus zu erreichen. Da einige unserer Reisegruppe Istanbul schon kannten, teilten wir uns in kleinere Gruppen auf.
Hagia Sophia: ein mehrkuppliges Gebäude, welches verschiedene Phasen durchlebt hat: im dritten Jahrhundert als christliche Kirche im römischen Konstantinopel errichtet, durch ein Feuer zerstört und wieder aufgebaut, durch ein Erdbeben zerstört und wieder aufgebaut und schliesslich im 5. Jahrhundert nach der Eroberung durch die Osmanen in eine Moschee umgebaut, wobei viel der alten Substanz und auch Gemälde und Mosaike erstaunlicherweise nicht zerstört worden sind. Aufgrund der Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen in Istanbul hat dann Atatürk (der Vater der heutigen Türkei) in den 60er Jahren die Moschee in ein Museum umfunktionieren lassen.
Basilika-Zisternen: der Bau der unterirdischen Zysternen (Wasserkammern) wurde vom byzantinischen Kaiser Justinian (527-565) angeordnet, um den Kaiserpalast und die Umgebung mit Wasser zu versorgen. Der monumentale Bau ist unterirdisch angelegt und weist eine Grösse von 70 x 140m auf. Die Decke wird durch 336 Säulen getragen, die in 12 Reihen aufgestellt sind und eine Höhe von 9m erreichen. Das Fassungsvermögen der Zisternen liegt bei rund 100'000 Tonnen Wasser; das Wasser wurde früher via Kanäle und Aquädukte aus den umliegenden Bergen herangeführt. Heute ist der Wasserstand nur wenige Zentimeter hoch, alles ist überbrückt und begehbar und wunderschön beleuchtet.
Sultanahmet Moschee: die grösste Moschee von Istanbul, deren Bau angeordnet worden ist, um die Grösse der Aya Sofia zu übertrumpfen. Ein mehrkuppliger Bau mit 6 Minaretten, grossem Innenhof und riesiger Gebetshalle.
Müde von den vielen Eindrücken des Vormittags genossen wir ein leichtes Mittagessen in einem kleinen Restaurant, bevor wir uns auf eine Bootsfahrt durch den Bosporus machten. Wiederum wenige 100m vom Hotel entfernt konnten wir das Boot besteigen und genossen eine 2-stündige Rundfahrt den Bosporus hoch (unter der Bosporus Brücke durch und bis zur neueren F.S. Mehmet Hängebrücke) und wieder runter und liessen uns die vielen Sehenswürdigkeiten via Audioguide erklären. Einmalig.
Aber noch nicht genug: Mit Taxis fuhren wir zum Gewürz-Bazaar von Istanbul, schnupperten und genossen die Düfte der zahlreichen Gewürze, schlenderten anschliessend zum Grand Bazaar, wo alles angeboten wird, was das Herz begehrt!
Dann zurück zum Hotel, duschen, umziehen und feines Nachtessen auf einer weiteren Dachterrasse von Istanbul, mit Sicht auf’s Meer. Eine Magnum-Glacé beschloss den langen Tag.

12-Aug-2011

Ort:                     Istanbul, Türkei
Wetter:               sonnig, bis ca. 25°C

Mit der Weindegustation und dem feinen Nachtessen ist gestern Abend nichts geworden. Ich blieb im Zimmer und bestellte mir eine Portion Reis und schwarzen Tee und habe dann die ganze Nacht relativ gut durchgeschlafen. Dies war ein guter Entscheid, denn heute Morgen ging es mir schon wesentlich besser.
Bei Bewölkung und zum Teil leichtem Nieselregen verliessen wir Ürgüp und damit die Region Kapadokien und fuhren auf einer gut ausgebauten Hauptstrasse (meist doppelspurig) via Aksaray nach Ankara und von dort auf der Autobahn in Richtung Westen nach Istanbul. Dabei fuhren wir zwischen Aksaray und Ankara längere Zeit dem grossen Salzsee ‚Tuz Gölü’ entlang. Bei Izmit zeigte unser Höhenmeter 0m an und bald waren auf unserer linken Seite erste Buchten des Marmara Meer zu sehen. Im zunehmenden Abendverkehr erreichten wir die ersten Vorstädte von Istanbul und näherten uns zügig dem Bosporus. Wie geplant, steuerten wir die nördlichste Brücke über den Bosporus via die E80 an und schlängelten uns zusammen mit allen anderen Autos zur Brücke durch. Und während der Ueberfahrt über die lange Hängebrücke der grosse Moment: wir verliessen den asiatischen Kontinent und erreichten den europäischen Kontinent und kamen damit der Schweiz wieder ein grosses Stück näher. Leider verloren wir wegen dem hektischen Verkehr zwei unserer vier Fahrzeuge aus der Sicht, sodass wir uns in 2 kleinen Gruppen durch Istanbul durchschlagen mussten. Aber wir erreichten alle das Hotel ‚Acra’, welches sich im Herzen der Altstadt befindet und auf den Ruinen eines alten Palastes aus dem römischen Konstantinopel erbaut worden ist (im Speisesaal im untersten Stockwerk sind noch Reste der alten Mauern zu sehen).
Um 20:00h trafen wir uns frisch geduscht in der Hotelhalle und spazierten wenige Minuten zum Hotel ‚Seven Hills’, auf deren Dachterrasse ein schöner Tisch uns erwartete. Wir waren von der Aussicht überwältigt: auf der einen Seite Blick auf die Blaue Moschee (oder Sultanahmet) und auf der anderen Seite Blick auf die Hagia Sophia und darüber der Vollmond. Die gemischten Vorspeisen und die grosse Fischplatte taten das übrige dazu: es war herrlich (und mein Magen spielte auch wieder mit!)

Donnerstag, 11. August 2011

11-Aug-2011

Ort:                     Ürgüp, Zentral-Analogien, Türkei
Wetter:               sonnig, bis 34°C

Wie gesagt: Tagwache um 04:30h, bereit in der Hotellobby um 05:00h. Warum? Es stand eine Heissluft-Ballon-Fahrt über die Täler des Honigs und der Liebe auf dem Programm!
Mit einem Bus der ‚Royal Balloon’ wurden wir abgeholt und zur Basis der ‚Royal Balloon’ gefahren. Dort gab es Frühstück bevor wir mit einem anderen Bus zu unserem Ballon gefahren wurden. Schon beim Frühstück konnten wir mitverfolgen, wie erste Heissluft-Ballone abhoben und langsam wegschwebten. Die Vorfreude und die Nervosität wuchsen stetig an.
Endlich waren auch wir an der Reihe und wurden zum Ballon 2 der ‚Royal Balloon’ gefahren, der schon voll aufgeblasen war und auf seine Passagiere wartete. Zu elft bestiegen wir den grossen Korb und der Pilot ‚gab Gas’ bis das Gefährt sich langsam vom Boden abhob. Es war ein unglaubliches Erlebnis inmitten von über 80 anderen Ballonen langsam über die Landschaft, die Täler, die Tuffsäulen zu schweben. Wir stiegen bis auf über 300m an und sanken zum Teil so tief ab, dass wir die Tuffsäulen hätten berühren können. Einmalig!
Nach gut einer Stunde war auch dieses Abenteuer vorbei und unser Pilot landete den Korb genau auf dem Anhänger des Begleitfahrzeugs. Absolute Präzision, die wir mit Applaus quittierten. Dann konnten wir dem Verräumen des Ballons zusehen, uns wurde türkischer Champagner serviert und jeder bekam eine Medaille zur Erinnerung.
Mit einem Bus wurden wir zu unserem Hotel zurückgefahren, wo wir ein weiteres kleines Frühstück geniessen konnten. Und das Tagesprogramm war noch nicht zu Ende: mit unseren Autos fuhren wir nach Kaymakli und besichtigten dort die Untergrund-Stadt ‚Kaymakli Yeralti’. Diese Stadt auf bis zu 8 Etagen ist ebenfalls aus dem weichen Tuff gegraben und beherbergte in der Frühzeit von 3000 bis 50'000 Einwohner (reine Schätzungen). Zu sehen sind Wohn- und Lagerräume, Küchen, Kirchen, eine Vielzahl sehr enger und zum Teil langer Gänge, Steintüren (in der Form von Mühlrädern), die zur Not verschlossen werden konnten. Dank einem guten Belüftungssystem ist es angenehm kühl und kaum stickig. Wie das aber mit Öllampen und der damaligen Bevölkerung gerochen hat, ist kaum auszumalen!
Gegen Mittag waren wir wieder zurück beim Hotel. Da ich mich nicht ganz fit fühle (komischer Magen und Durchfall), habe ich mich etwas schlafen gelegt, ein Alkaseltzer genommen und werde den Rest des Tages im Hotel verbringen. Für den Abend ist dann noch eine Weindegustation und ein gutes Nachtessen vorgesehen. Mal sehen…
Morgen muss ich wieder fit sein. Es stehen ca. 600km auf dem Programm bis Istanbul!  

10-Aug-2011

Ort:                     Ürgüp, Zentral-Analogien, Türkei
Wetter:               sonnig, bis 34°C

Nach einem guten Nachtessen am Vorabend habe ich mir noch einen türkischen Kaffee gegönnt. Ein Fehler: ich ‚stand’ bis gegen 02:00h im Bett. Irgendwann hat es mich dann doch genommen und dementsprechend klein waren auch meine Augen am heutigen Morgen.
Die kleine Stadt Ürgüp liegt mitten im Nationalpark ‚Göreme’, welcher durch seine Tuffstein-Säulen, Höhlenwohnungen, Höhlenkirchen und den wunderschönen tief erodierten Tälern eine Touristen Attraktion geworden und zum Teil sogar zum ‚Weltkultur-Erbe’ gehört.
Das Gebiet entstand dadurch, dass sich vor Jahr-Millionen weiches Meeressediment (Tuff) ablagerte und zum Teil mit vulkanischem Gestein überdeckt worden ist. Wind und Wetter haben in den vergangenen Jahrmillionen viel Material abgetragen, nur dort, wo ein grosser Stein das darunter liegende Material geschützt hat, blieben entsprechende sehr hohe Tuff-Säulen in bizarrsten Formen erhalten. Das weiche Material wurde durch die frühgeschichtliche Bevölkerung auch dazu benutzt, in den Flanken der Hügel Höhlen-Wohnungen und ganze Siedlungen auszugraben, um sich vor der Hitze aber auch vor fremden Eindringlingen zu schützen.
Mit unseren Autos fuhren wir ins Zentrum des Nationalparks und heuerten einen lokalen Führer an, der Deutsch und Französische sprach. Schon nach kurzer Zeit hat es sich bewiesen, dass dies eine sehr gute Idee war, da er den Schlüssel zu verschlossenen, einsamen ausgehöhlten Kirchen besass, wir durch ihn eine lokale Familie in einer Höhlenwohnung besuchen konnten und er uns auf engen, sandigen und z.T. steilen Fahrspuren mit unseren 4-Rad-Fahrzeugen zu Orten führte, die wir sonst nie gefunden hätten. Wir staunten immer wieder über die Vielfalt und Farbenpracht der natürlichen Tuff-Säulen, die die Zeit geschaffen hatte. So fuhren wir am oberen Rand des Honigs und der Liebe entlang, bevor wir in die Täler einfuhren und zu Fuss die Naturwunder bestaunten. Worte können das Ganze nicht richtig umschreiben. Bilder werden bald ins Web-Album gestellt.
Auf der Rückfahrt zum Hotel liess ich mich mit Sam, Feriha und Anne-Cristine im Dorf ausladen und wir wagten das Erlebnis ‚Coiffeur’. Nach fast 7 Woche ist einfach zu viel gewachsen! Sam und ich wurden gleichzeitig bei einem Herrencoiffeur bedient, und der Service war super: guter Haarschnitt (fast alles mit Schere, Abbrennen der Haare um die Ohren, Schneiden der Haare in den Ohren, der Nase und der Augenbrauen, Haare waschen, Kopf- und Schultermassage und das alles für CHF 7.50!
Nach einem feinen Nachtessen legten wir uns alle zu vernünftiger Zeit ins Bett, denn für den nächsten Tag war Tagwache um 04:30h vorgesehen!

09-Aug-2011

Strecke:              von Elazig nach Ürgüp, Türkei, 580km
Wetter:               sonnig, bis 34°C

Für heute steht eine reine Fahrstrecke ohne grosse Besichtigungen auf dem Programm. Wir verliessen Elazig relativ früh am Morgen und hielten uns westwärts in allgemeiner Richtung Istanbul. Dabei verliessen wir definitiv das Gebiet der Kurden und Armenier in der Osttürkei und fuhren zuerst durch stark vulkanisches Gebiet der Region ‚Südost-Anatolien’. Eine ‚scenic road’ führte uns lange erkalteten Magma-Strömen entlang, wir hielten an schönen Wasserfällen und sahen immer wieder Abschnitte der beiden Seen ‚Keban’ und ‚Karakaya’. Vielerorts wurde an der Strasse gebaut, Stein und Fels wurden abgeschlagen, Dämme aufgeschüttet, Mauern gebaut und Dörfer durchschnitten, um eine 4-spurige Strasse zu erstellen. Dies wird dadurch sichergestellt, dass die bestehenden 2 Fahrspuren (mit Gegenverkehr) wo immer möglich belassen und daneben 2 weitere Fahrspuren gebaut werden. Für uns bedeutete das viel Staub, viele Löcher und viele Baumaschinen.   
Vor der Stadt Malatya fuhren wir in ein Gebiet wo immer mehr Aprikosen-Plantagen stehen. Zudem was Erntezeit und wir sahen viele ‚Wanderarbeiter’ (sehr wahrscheinlich Kurden oder Armenier) die neben den Plantagen ihre grossen Zelte aufgeschlagen und Teppiche ausgerollt hatten und dort mit Familie und ihrem Haushalt temporär lagerten. Die reifen Früchte werden von den Bäumen runter geschlagen, fallen auf weite Tücher und werden dann bei den Höfen oder auf Feldern zum Trocknen an der warmen Sonne ausgebreitet. Ad-hoc besuchten wir eine Cooperation und besichtigten das Trocknen der Früchte und an der Strasse kauften wir natürlich sackweise der herrlichen, getrockneten Aprikosen.
Nach Malatya machten wir einen Umweg und fuhren zur Ausgrabungsstätte ‚Arslantepe’, wo vor ca. 5000 Jahren (also ca. 3000 v.Chr., frühe und mittlere Bronzezeit) das Volk der Hettiter eine erste Siedlung samt Palast auf einem Hügel errichteten. Dank vielen Funden von Münzen, Töpfen, Waffen und anderem mehr, konnte relativ viel der Geschichte der Hettiter rekonstruiert werden, deren Kultur an den Flüssen Euphrat und Tigris entstanden ist. Die Ausgrabungsstätte ist sehr gut beschrieben und überdacht und bieten einen interessanten Einblick.
Dann mussten wir aber weiter und fuhren auf der D300, einer weiteren ‚sehenswerten Strasse’ zügig dem Etappenziel Ürgüp entgegen, welches kurz nach der grossen Stadt Kayseri liegt. Das 5-Stern Hotel ‚Dinler’ war rasch gefunden und wir freuten uns auf wieder einmal 3 Nächte im gleichen Hotel!

Montag, 8. August 2011

08-Aug-2011

Strecke:              von Dogubayasit nach Elazig, Türkei, 347km
Wetter:               sonnig, bis 35°C

In der Nacht hat mich heftiger Gewitterregen geweckt. Durch das hat es recht abgekühlt und die Temperatur am Morgen lag bei ca. 15°C; für uns ein rechter Temperatur-Schock. Aber das Gewitter hat auch die Luft geklärt und wir genossen einen wunderschönen Blick auf den Ararat. Mit diesem Ausblick von der Terrasse wird das einfachste Morgenessen zum Genuss!
Kurz nach 08:00h fuhren wir wieder los. Der erste Abschnitt führte uns auf einer schönen Bergstrecke durch vulkanisches Gebiet bis auf eine Passhöhe von 2644müM, den höchsten Punkt der bisherigen Reise. Links der Strasse waren sehr oft militärische Absperrungen, Wachtürme und Antennentürme zu sehen. Kein Wunder, die Grenze zum Iran lag nur wenige Kilometer entfernt!
Eine gute Stunde später erreichten wir den ‚Van’ See, ein recht grosser See mit einer geschätzten Ausdehnung von ca. 100km und sehr laugenartigen Wasser, an welches sich nur eine einzige Fischart angewöhnt hat. Und diesen Fisch gab’s gegrillt (neben dem üblichen Schaschlik und Poulet) in einem kleinen Restaurant am Ufer des Sees, wo viele Lastwagen geparkt hatten. Auch hier ein gutes Zeichen, der Fisch und das Essen waren hervorragend!
Weiter ging die Fahrt durch hügelige aber merklich grünere Landschaft bis wir gegen 19:00h bei unserem modernen Hotel ‚Akgün’ in Elazig, einer Stadt mit über 320'000 Einwohnern, eintrafen. Nach einer kurzen Dusche trafen wir uns auf der Terrasse beim Pool und bestellten uns ein feines Nachtessen mit Wein und Bier. Und dann wiederum den obligaten Schluck Whiskey vor dem Schlafengehen…  Es geht uns gut! 

07-Aug-2011

Strecke:              von Tabriz, Iran, nach Dogubayasit, Türkei, 347km
Wetter:               sonnig und gewitterhaft, bis 39°C

Zu früher Morgenstunde haben wir unsere letzte Station im Iran verlassen und machten uns auf den Weg Richtung Grenze Iran-Türkei. Auf einem Umweg durch eine wunderschöne hügelige Landschaft besuchten wir die alte armenische Kirche Surb Thaddeos, ein heiliger Pilgerort für die Armenier. Die Kirche befindet sich nahe einem armenischen Dorf, das aus armseligen Lehmhütten, grosse Heuhaufen, kleine Miststöcke mit einer Vielzahl von Hühnern besteht. Natürlich waren wir bald von einer Kinderschar umgeben, die um Schreibstifte und Schokolade bettelten. Leider hatten wir nichts Entsprechendes dabei.
Noch vor der Grenze machten wir an einer Tankstelle einen Halt und trafen dort auf 3 englische Fahrzeuge mit jungen Fahrern. Die Fahrzeuge waren gross mit „Mongolia Rallye 2011“ beschriftet. Natürlich tauschten wir Informationen aus und erfuhren folgendes: Die Rallye startete am 23. Jui in verschiedenen europäischen Städten. Das Teilnehmerfeld umfasst rund 250 Fahrzeuge und über 300 Personen. Alle Fahrzeuge trafen sich in der Tschechoslovakei und von dort aus machten sie sich auf den Weg Richtung Ulan Bator (praktisch auf der umgekehrten Route wie wir). Die Teams (wenn sie es denn mit ihren kleinen PWs schaffen) wollen in der ersten September Woche in Ulan Bator eintreffen, dort ihre Fahrzeuge verschenken oder billig verkaufen und in ihre Länder zurückfliegen. Ich muss dann im Internet ‚googlen’ um mehr darüber zu erfahren.
Für uns ging’s dann weiter an die Grenze. Nach einem kurzen Mittagshalt fuhren wir den Grenztoren entgegen und überholten eine lange wartende Lastwagen-Kolonne. Vor der Grenze standen etwa 20 PWs, die ebenfalls auf den Grenzübertritt warteten. Massud, unser lokaler Guide schaffte es irgendwie für uns die Passkontrolle zu beschleunigen und den Fahrzeug-Transfer aus dem Iran vorzubereiten, sodass wir aus der wartenden Kolonne ausscheren und bis kurz vor das letzte iranische Tor fahren konnten, Dort weitere Papierkontrollen, Passkontrollen, etc. etc.; wir kannten das ja schon, und nach rund 3 Stunden konnten wir den Iran verlassen. Es folgten die türkischen Kontrolle der Personen- und Fahrzeugpapiere und das komplette Röntgen eines unserer Fahrzeuge (Zufallsprinzip) auf der Suche nach Drogenschmuggel. Auch das ging glatt und nach 4 Stunden Grenzkontrollen fuhren wir endgültig in die Türkei ein. Unsere Damen konnten sich nun ihren Kopftüchern und Strümpfen entledigen und wir alle freuten uns auf ein erstes Bier. Im Duty-Free-Shop habe ich mir schon mal eine Flasche Jack Daniels gekauft, zur Desinfektion etc.!
Die Türkei empfing uns mit einem leichten Gewitterregen, die ersten Tropfen seit wir Russland verlassen hatten!
In Dogubayasit, einem kleinen Ort kurz nach der Grenze checkten wir in einem einfachen Hotel mit Sicht auf den Ararat, den heiligen Berg vieler Religionen, ein (gemäss altem Testament landete ja die Arche Noa nach der Sintflut auf dem Gipfel des 5137m hohen Vulkan). Leider war der schneebedeckte Gipfel aber durch die Wolken verdeckt.
Kurz nach dem Einchecken fuhren wir zum wunderschönen Palast ‚Ishak Pasa Saraji’, den sich ein reicher Fürst vor langer Zeit auf einer Anhöhe erbauen liess. Der grosse Palast wurde und wird gut restauriert und bietet eine prächtige Aussicht in die weite Landschaft.
In einem kleinen Restaurant oberhalb des Palastes dann der ersehnte Moment: ein kühles richtiges Bier! Wie haben wir das doch genossen!!

06-Aug-2011

Strecke:              von Isfahan nach Tabriz, Iran, 1025km
Wetter:               sonnig und bis 39°C

Nach 2 ruhigen und schönen Tagen verliessen wir Isfahan am frühen Morgen und fuhren auf einer 3-spurigen, gut ausgebauten Autobahn fast ohne Verkehr nordwärts, Richtung Teheran. Sobald wir Isfahan verlassen hatten, befanden wir uns wieder in wüstenhafter, sehr trockener
Landschaft, die ab und zu unterbrochen wurde durch eine kleinere oder grössere Ortschaft.
Nach rund 430km erreichten wir die Stadt-Umfahrung von Teheran, wo der Verkehr wesentlich dichter und hektischer war. Wie in den anderen Städten des Iran drängelten sich Personenwagen zwischen Bussen und Lastwagen und wir mussten stark aufpassen, dass wir unser Führungsfahrzeug mit dem lokalen Guide nicht aus den Augen verloren. Die kleine Karawane schaffte es auch diesmal die richtigen Ausfahrten und Verzeigungen zu nehmen und dann ging es wiederum auf einer 3-spurigen Autobahn nordwestwärts Richtung Tabriz. Links und rechts wurde der Horizont durch zwei Hügelzüge begrenzt, die sich in verschiedenen rotbraunen Farben und Formen präsentierten. Die Strasse schlängelte sich dazwischen über die Hochebene zwischen 1000 und 2150müM. Wenn wir die rechterhand liegende (also im Norden liegende) Hügelkette überquert hätten, wären wir nach rund 200km ans Kaspische Meer gekommen.
Nach einem Mittagshalt, zwei Tankstopps und verschiedenen Fahrerwechseln erreichten wir Tabriz im Abendverkehr gegen 19:00h und fast genau 12 Stunden nach Abfahrt in Isfahan parkierten wir unsere Autos vor dem wunderschönen Hotel Pars oberhalb Tabriz. Nach einer Dusche trafen wir uns zum Nachtessen im Restaurant und beschlossen den Abend auf der 
Dachterrasse im 11. Stock, von wo aus man einen herrlichen Rundblick über die nächtliche Stadt hat.

Sonntag, 7. August 2011

04. & 05. Aug-2011


Ort:                     Isfahan, Iran
Wetter:               sonnig und bis 40°C

Die beiden Tage verbrachten wir gemütlich in Isfahan. Angesagt waren am Vormittag Führungen zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Isfahan und am Nachmittag jeweils Zeit zur freien Verfügung, die individuell genutzt werden konnte.
Langsam ist in der Gruppe eine Übersättigung an Besichtigungen, speziell von Moscheen zu bemerken. Wir können einfach die vielen Informationen, die Bilder, das bewegte Leben um uns herum kaum mehr aufnehmen und verarbeiten. Wir sind auch müde, all die geschichtlichen Entwicklungen zu hören und die Zusammenhänge zu verstehen sowie alles richtig einzuordnen. So bilden sich langsam kleiner Gruppen mit unterschiedlichen Bedürfnissen.
Am Donnerstag habe ich mich einer Gruppe angeschlossen, die am Vormittag folgende Sehenswürdigkeiten besucht hat: den Chehelsotoon Palace in einem prächtigen Park und mit wunderschönen Wandmalereien, den grossen Platz mit Königspalast und grosser Moschee, und den Bazar rund um den grossen Platz von Isfahan. In diesem Bazar wird viel Handwerkskunst angeboten, wie Miniaturmalerei, Handdruck von Textilien, Herstellung von Töpfen und vielerlei aus Kupfer. Am Nachmittag bin ich dann mit einer kleinen Gruppe zurück in den Bazar und dort haben wir verschiedene Souvenir-Artikel nach kräftigem Feilschen gekauft.
Am Freitag (dem Sonntag für Moslems) fuhren wir mit den Autos ins Armenierviertel und haben dort die alte Freitagsmoschee besucht, welche über viele Epochen gebaut und erweitert worden ist (Sassaniden, Mongolen, Seldschuken). Der monumentale Bau ist aus Lehm- und Backsteinen erstellt und nur die Fassaden des Innenhofes sind mit Keramikplatten belegt. Dann schlenderten wir durch den Armenier-Bazar und besuchten eine der wichtigsten armenischen Kirchen im Iran, die innen mit schön restaurierten Darstellungen aus dem alten und neuen Testament, wie auch der Gregorianer verziert ist.
Auf der Rückfahrt zum Hotel stoppten wir noch kurz bei einer weiteren alten Steinbrücke und hörten schönen Männergesang vom Ufer und von der Brücke her. Neugierig näherten wir uns und trafen auf grössere Ansammlung von älteren und jüngeren Männern, die dort Gedichte rezitierten und Lieder sangen. Wir wurden freundlich eingeladen dazu zu sitzen und zu zuhören. Es war einmalig.
Für heute Abend ist ein Buffet-Dinner im Hotelgarten vorgesehen und morgen geht’s dann früh weg in Richtung Täbris. Es stehen mehr als 1000km Autobahn auf dem Programm!

03-Aug-2011


Ort:                     von Yazd nach Isfahan, Iran, 323km
Wetter:               sonnig und bis 40°C

Gut ausgeruht haben wir Yazd in Richtung Isfahan verlassen und in Meybod einen Zwischenhalt eingelegt. Dort besichtigten wir eine alte Karavanserei, ein historisches Eis-Lager (eine Art Kuppelbau mit dicken Mauern, wo Eis aus den nahen Bergen im Winter eingelagert wurde und fast den ganzen Sommer überdauerte), sowie einen Taubenturm, der als Nistplatz für tausende von Tauben genutzt wurde, und deren Kot zum Düngen verwendet wurde. Weiter entlang der Route stoppten wir an einer Pistatien-Plantage (Ernte findet im September statt) und bei einer Kamelhaar-Spinnerei, wo auch Kamelhaar-Decken gewebt wurden.
In Isfahan stoppten wir im Garagen-Quartier und liessen unsere Autos reinigen. In einem kleinen Hinterhof wurden unsere 4 Mitsubishi Pajero innen und aussen durch 4 bis 5 Mann mit Kärcher, Seifenlauge, Schwamm, Tücher, Staubsauger, Politurspray etc. etc. so tiptop gepflegt, dass wir uns kaum getrauten, weiter zu fahren. Zum Schluss wurde sogar noch Zeitungspapier auf die Fussmatten gelegt, damit die sauber gewaschenen Fussmatten nicht wieder verschmutzt würden, und beim Wegfahren winkten uns alle zu! Wo hat man so schon was gesehen?
In Isfahan, einer Stadt mit 2.5 Mio Einwohnern, mischten wir uns in den Abendverkehr und drängelten uns durch verschiedene Strassen und über eng bepackte Kreuzungen und fanden unser Hotel auf Anhieb.
Das Hotel ‚Abbasi’ liegt nahe am Bazar und den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und ist ein 5-Sterne-Haus mit allen Annehmlichkeiten. Die frisch geputzten Autos konnten wir in der Tiefgarage versorgen. Wir selber bezogen schöne Zimmer und trafen uns wieder in der Rezeption zum gemeinsamen Abendausflug. Und in der Rezeption war der Teufel los: die Fussball-Mannschaft von Teheran war im gleichen Hotel einquartiert und wurde ebenfalls in der Rezeption erwartet, für die Abfahrt zum Match gegen Isfahan. Die Polizei und die Hotelsecurity konnten die Fans kaum vom Eingang festhalten, alle wollten rein, Fotos machen und Unterschriften holen. Und wir waren mitten drin, machten Fotos und trafen den Assistenz-Trainer, einen Deutschen, der vorher die Mannschaften von Dortmund, Köln und Bayern-München trainiert hatte. Ein Super-Gaudi!   
Schlussendlich drängten wir uns dann aber doch durch die Menschentraube vor dem Eingang und gingen Nachtessen. Den Tag beschlossen wir mit einer Saftran-Eiscrème am Fusse der 33-Bogen-Brücke, einer alten Brücke, die schon zur Zeit der Seidenstrasse die beiden Teile von Isfahan miteinander verband. Heute ist der Fluss im Sommer ausgetrocknet, weil das Wasser für die Bewässerung weiter oben abgezweigt und zum Teil nach Yazd geleitet wird.

02-Aug-2011


Ort:                     Yazd, Iran
Wetter:               sonnig und bis 43°C

Am Morgen früh bin ich zuerst einmal auf’s Dach gestiegen, um einen Rundblick über die Altstadt in der Morgensonne zu geniessen. Einfach herrlich, mit Blick bis in die weit entfernten Hügelzüge.
Auf dem Programm standen die Besichtigung der ‚stummen Türme’, der Freitagsmoschee, des Bazars, des Wassermuseums und eines Parkes.
Die ‚stummen Türme’ stehen am Rande der Stadt und wurden bis ins Jahr 1970 als Totenstätte der Zoreasten verwendet, die ihre Toten auf die oben offene Plattform legten und darauf warteten, dass die Geier ihre Arbeit verrichteten. Während dieser Zeit wurde unterhalb der Türme gefeiert bis der Totenwächter die Knochen brachte, die dann beerdigt werden konnten. Nach 1970 wurde diese Art der Totenfeier verboten.
Die Freitagsmoschee ist die grösste Moschee der Stadt Yazd und bietet von aussen ein schönes Portal mit feinsten Mosaik-Arbeiten und zwei schlanken und hohen Minaretten. Innen öffnet sich ein grosser Innenhof und eine schön ausgeschmückte Haupthalle mit reichen Mosaikornamenten und –schriften.
Im Wassermuseum wird eindrücklich dargelegt, wie früher das wertvolle Wasser in unterirdischen Kanälen von den umliegenden Bergen zur Stadt floss, wie es in Zisternen gelagert wurde, wie es durch ein ausgeklügeltes System von sogenannten ‚Windtürmen’ belüftet wurde und wie das Wasser dann in die Häuser verteilt wurde: entweder mittels kleinen unterirdischen Kanälen für reiche Leute, oder mittels Wasserkalebassen (tragbare Zinnkannen) für arme Leute.
Nach einem leichten und guten Mittagessen fuhren wir zurück zum Hotel und genossen 3 Stunden Ruhe und Zeit für uns (und damit Zeit zum Blog schreiben und Fotos sichten…).
Am späten Nachmittag sind wir dann nochmals los und haben den Dolat Abad Garten besichtigt, in dem der höchste Windturm von Yazd steht. Dann fuhren wir wieder in die Altstadt und konnten im Saheb Azaman Club traditionellen Kraft- und Fitness-Uebungen beiwohnen, die durch traditionelle Trommelmusik und Gesang begleitet wird.
Zum Nachtessen fuhren wir in eine grosse Hotelanlage in der Altstadt mit vielen Wasserspielen und einer grossen Gartenanlage, wo wir ein tolles Buffet geniessen konnten.
Uebrigens: wir haben hier den südlichsten Punkt unserer Reise erreicht und liegen etwas unterhalb des 32. Breitengrades (entspricht in etwa Jerusalem). Von nun an geht’s wieder nord-west-wärts.

01-Aug-2011


Ort:                     von Bidokht nach Yazd, Iran, 670km
Wetter:               sonnig und bis 41°C

Heute ist nicht nur National-Feiertag in der Schweiz, sondern auch Beginn des Ramadan in den islamischen Ländern. Ein spezieller Tag!
Nach einem einfachen und guten Morgenessen verliessen wir Bidokht in Richtung Süd-West. Auf guten Strassen (im Vergleich zu Kasachstan sogar sehr guten Strassen) fuhren wir in zügigem Tempo und ohne grossen Verkehr auf weiten Strecken durch sehr trockenes, ja wüstenhaftes Gebiet, wobei wir uns auf Höhen zwischen 800 bis 2100müM bewegten. Dabei durchfuhren wir weite Ebenen mit endlosen geraden Strecken und einige Hügelzüge mit abwechslungsreichen Kurvenstrecken. Farblich wechselte sandig gelb mit rot bis braunen Felsformationen, manchmal durchzogen mit leicht grünlichem Buschwerk. Und es war glühend heiss und trocken ausserhalb der Fahrzeuge! Ab und zu durchfuhren wir auch kleine Oasen, die jetzt auch mit Palmen bewachsen waren, was den Eindruck einer ‚Wüste’ noch verstärkte. Obwohl die Strecke sehr lang war, bot sich doch einiges an Ablenkung und dank dem, dass wir uns als Fahrer abwechselten, war die Fahrt gut zu meistern.
So fuhren wir durch die Orte Ferdows, Deyhuk, Tabas und Kharanaq und erreichten ca. 70km vor Yazd den kleinen Pilgerort Chakchak, der in die Flanke eines Hügelzuges gebaut ist. Das letzte Stück war eine steile Naturstrasse und den Rest mussten wir zu Fuss gehen. Der Ort hat den Namen von einem stetig tropfenden Rinnsal in einer kleinen Höhle erhalten, was den Laut ‚tschak – tschak – tschak’ ergibt, wenn der Tropfen auf den Boden fällt. Dieses Wasser hält eine uralte Ulme und andere Bäume am Leben und nährt somit eine kleine Oase in den trockenen Felsen. Der Ort wird von den Zoreasten, einer kleinen islamischen Glaubensgruppe verehrt, die sich hier einmal im Jahr zu einem dreitägigen Fest versammeln und auf den Terrassen wohnen und feiern. 
Dann fuhren wir endgültig nach Yazd, einer relativ grossen Stadt auf rund 1200m Höhe. Als wir um 19:00h unser Hotel erreichten, zeigte das Thermometer immer noch 40°C an! Das Hotel selber ist ein altes und sehr grosses Herrschaftshaus mit zwei grossen Innenhöfen inmitten der Altstadt und wird über sehr enge und verwinkelte Gassen mit Gegenverkehr (aber ohne Möglichkeit zum Kreuzen!) erreicht. Man musste fast die Spiegel einklappen, um durchzukommen! Die Zimmer sind traumhaft im orientalischen Stil eingerichtet und bieten eine gemütliche Atmosphäre.
Nach dem Nachtessen mit alkoholfreiem Bier holten wir an der Rezeption die kleine Schweizer Fahne, stiegen auf das Dach des Hauses (von wo man einen herrlichen Blick über die Altstadt hat) und machten Fotos zur Feier des Tages.

31-Jul-2011


Ort:                     von Maschhad nach Bidokht, Iran, 375km
Wetter:               sonnig und bis 39°C

Nach einer kurzen aber wohltuenden Nacht und gutem Frühstück war für 8:30h Abfahrt vorgesehen. Bei mir noch kurze Hektik: wo war mein Fotoapparat? Beim Frühstück liegen gelassen, im Zimmer, oder?? Nach kurzem Spurt hin-und-her checke ich noch rasch meine kleine Reisetasche und wirklich, da liegt sie! Alles klar für die Abfahrt!
Also rein ins Gewusel des Morgenverkehrs. Aber es war schon etwas einfacher bei Tag, oder nahmen wir es einfach etwas gelassener?
Als erstes stand der Besuch des islamischen Center des Iran, bestehend aus dem heiligen Schreins des Imam Reza, der grossen Moschee ‚Gohar Shahr’ und eines Museums auf dem Programm, ein riesiger Komplex mit verschiedenen Gebäuden und grossen Innenhöfen. Kameras und jegliche Taschen waren nicht erlaubt mit zu nehmen (folge eines Bombenanschlages vor ein paar Jahren) und die Damen mussten zusätzliche Tücher überwerfen! Eine autorisierte Führerin, die recht gut Englisch sprach, führte uns herum, beantwortete geduldig unsere Fragen und stellte sicher, dass wir uns nicht in Räume verirrten, die für Ungläubige nicht gestattet waren. Unsere Ladies waren froh, als wir wieder draussen waren, und sie die zusätzlichen Umhänge abgeben konnten. Sie verschmachteten fast!
Interessant war dann die anschliessende Besichtigung des Bazar von Maschhad. In einem Gewusel von Leuten schlenderten wir durch die engen Gassen des gedeckten Bazars und genossen die Farbigkeit der Angebote, das Brummen des Lebens und die Freundlichkeit der Anbieter. Auch von hier werden einige Produkte den Weg in die Schweiz finden, unter anderem Gewürze.
Weiter ging die Fahrt zum Mausoleum des Dichters Ferdowsi, bevor wir die Region Maschhad definitiv verliessen und Richtung Süden, nach Bidokht, fuhren. Die Fahrt führte uns wieder durch sehr trockene, fast wüstenhafte Gebiete, z.T. auf weiten Hochebenen (rund 1000müM) mit endlos geraden Strecken und z.T. durch steinige Hügelzüge mit kurvenreichen Strassen.
Bidokht selber ist ein kleiner Ort ohne wirkliche Bedeutung, aber mit einem gemütlichen und einfachen Gasthof, wo wir die Nacht verbrachten.

30-Jul-2011


Ort:                     von Mary, Turkmenistan, nach Maschhad, Iran, 430km
Wetter:               sonnig und bis 41°C

Am Vorabend hatten wir die Instruktion erhalten, uns alle ‚Iran-tauglich’ anzuziehen, d.h. die Herren in langen Hosen und die Damen mit langen Röcken oder Hosen, langen Ärmeln und Kopfbedeckung. Wir kannten unsere Ladies am Frühstück kaum mehr!
Früh um 07:30h sind wir so losgefahren, um die Grenze zum Iran auch kurz nach Oeffnung zu erreichen. Und die Zeit war gut kalkuliert; wir trafen kurz nach 09:00h im Grenzort Serahs ein und fuhren ca. einen Kilometer der mit mehrfachem Stacheldraht und Wachtürmen gesicherten Grenze entlang, bevor wir beim Grenzposten von Turkmenistan eintrafen. Wiederum wurden wir durch die Turkmenen speditiv abgewickelt und eine gute Stunde später konnten wir die Metallbrücke über einen ausgetrockneten Flusslauf überqueren. Auf der gegenüberliegenden Seite wurden wir von den Iranern freundlich in Empfang genommen, mussten die Pässe abgeben und die Fahrzeuge in einen Warteraum stellen.
Dann begann die mühsame Prozedur der Pass-, Visum- und Personenkontrolle, gefolgt vom Scannen aller Gepäckstücke, gefolgt vom Import der Fahrzeuge, gefolgt vom bezahlen verschiedenster Gebühren, gefolgt vom Einholen verschiedenster Stempel und Ausfüllen einer Vielzahl von Dokumenten, Kontrolle unserer internationaler Führerscheine, Lösen von Versicherungen für den Iran, etc. etc. Dabei war uns unser neuer lokaler Führer, Massud, der uns schon beim Eintreffen an der Grenze begrüsste, eine grosse Hilfe, nicht nur beim Uebersetzen, sondern auch beim Einholen der verschiedensten Stempel, Unterschriften und Bewilligungen. Er war ständig zwischen den verschiedenen Büros und Gebäuden unterwegs und wies uns an, was wir wann zu tun hatten. Und trotzdem: es dauerte 6.5h bis wir endlich, kurz nach 17:00h, als praktisch alle Büros des Grenzposten geschlossen waren, den iranischen Grenzhof verlassen konnten! Und wir hatten noch einen weiten Weg bis nach Maschhad, der zweitgrössten Stadt des Iran vor uns!!
Aber wir liessen es uns nicht nehmen, ca. 70km nach der Grenze die relativ gut erhaltene Karavanserei ‚Robat e Sha’ zu besichtigen, die sich in herrlichem Abendrot präsentierte. So wurde es dann halt bereits dunkel, als wir in Maschhad einfuhren. Maschhad liegt auf rund 1000müM und hat ca. 2 Mio Einwohner und eine Vielzahl davon tummelte sich auf den Strassen. Was wir da als Fahrer erlebten, ist kaum vorstellbar. Da geht es um Zentimeter, auf 3 Fahrspuren tummeln sich 5 Fahrzeuge nebeneinander, es ist ein Gewusel und Gewimmel, jeder Platz wird ausgenutzt und das z.T. bei Geschwindigkeiten über 60km/h. Bei Einmündungen strömen die Fahrzeuge mehrspurig dazu, es wird gedrängelt und gehupt, auf Kreuzungen ist ein wildes Durcheinander. Und wir mussten sicherstellen, dass wir 4 Fahrzeuge uns nicht aus den Augen verloren. Da kamen uns die Grösse unserer Autos, die Motorenstärke für’s Beschleunigen, die guten Bremsen und auch unser 3-Klang-Sirenenhorn manchmal gut zur Hilfe. Mit dem Horn konnten wir dem vorderen Fahrer auch Zeichen geben, wenn wir das hintere Fahrzeug aus der Sicht verloren. Hinzu kam, dass auch unser lokaler Guide wegen Baustellen und Umfahrungen die Orientierung verlor und wir erst nach fast einer Stunde und gut 40km ‚Herumirren’ in dieser riesigen Stadt schlussendlich das Hotel fanden. Wir waren erledigt!
Aber wir liessen es uns nicht nehmen, und liessen uns um 21.30h noch ein feines Nachtessen auf der Terrasse servieren. Ohne alkoholische Getränke!

29-Jul-2011


Ort:                     von Bukhara, Usbekistan, nach Mary, Turkmenistan, 410km
Wetter:               sonnig und bis 43°C

Nach zwei herrlichen Tagen in Bukhara verlassen wir das schöne Hotel Asia und fahren Richtung usbekisch – turkmenische Grenze. Kurz nach 9:00 erreichen wir die lange Lastwagen-Kolonne, die sich vor den Grenztoren gebildet hat. Mit unseren PWs können wir diese Kolonne überholen und werden auch gleich durch die Tore in den Grenzposten eingelassen. Durch die usbekischen Zoll- und Grenzbehörden werden wir zügig und ohne Probleme abgefertigt und hier müssen wir uns auch von unserem tollen Führer Osebek verabschieden. Er war super und wir zollen ihm einen spontanen Applaus.
Auch die Turkmenen zeigen sich freundlich, kompetent und effizient. Im recht modernen Zollgebäude mit guter PC-Infrastruktur geht alles zügig voran. Nur eine Regelung ist schwer zu begreifen: alle Gepäckstücke müssen durch uns Fahrer aus den Fahrzeugen entfernt und auf der Seite des Fahrzeuges aufgestellt werden. Dann wird das Fahrzeug innen und aussen sowie die Gepäckstücke mit Video gefilmt, damit sichergestellt werden kann, dass keine verbotenen Waren importiert werden. Ja wie denn, wenn die Gepäckstücke nicht geöffnet oder gescannt werden??
Sei’s drum, nach gut 2h sind wir in Turkmenistan und fahren Richtung Mary, unserem Etappenziel. Kurz nach der Grenze müssen wir den breiten, braunen Fluss Amurdarja überqueren. Da die Brücke neu gebaut wird, gilt es eine behelfsmässige schwimmende Ponton-Brücke zu überqueren. Anschliessend rollen wir grösstenteils durch heisse Wüste, wo links und rechts von der Strasse der Sand mit speziellen Verbauungen aus Weidengeflecht zurückgehalten wird.
Etwa 30km vor Mary fahren wir zu den Ruinen von Merv (alter Name von Mary). Dort wurde im 14 Jahrhundert vor Christus durch die Perser die Stadt Merv erbaut, welche durch einen monumentalen Verteidungsring gesichert wurde. Von der Stadt ist nur noch dieser Verteidigungswall als kreisrunder künstlicher Hügelzug (gefertigt aus Lehmziegeln) zu sehen, da Alexander der Grosse, die Stadt eingenommen und zerstört hat. Ein paar Kilometer weiter besichtigten wir im wunderschönen Abendlicht das Mausoleum des Sultan Sanjar (1086-1157), welcher das Volk der Seljukken angeführt hatte.
Beim Eindunkeln fahren wir in Mary ein und beziehen unser Hotel. Hier gilt es all unsere alkoholischen Getränke zu ‚bodigen’, da wir am nächsten Tag in den Iran einfahren werden, wo totales Alkoholverbot gilt. So trinken wir Wodka und Whiskey sowie anderes vor, während und nach dem Essen….

Donnerstag, 28. Juli 2011

28-Jul-2011

Ort:                     Bukhara, Usbekistan,
Wetter:               sonnig und bis 41°C

Heute Morgen um 08:15h haben wir Beat verabschiedet. Er wird via Taschkent und Istanbul nach Zürich zurückkehren. Damit sind wir noch 14 (mit lokalem Guide und Reiseführer aus der Schweiz). Wir werden uns dann am 20. August in Konolfingen bei Bern wieder sehen.
Für uns stand wieder ein interessanter und lehrreicher, aber auch sehr heisser Tag in Bukhara bevor. Da die Sehenswürdigkeiten nun etwas ausserhalb der Altstadt lagen, benutzten wir unsere eigenen Fahrzeuge und fuhren zuerst zur Bahouddin Nakshband Moschee, welche als Pilgerort für Muslime aus ganz Zentral-Asien gilt. Hier fielen wir als Fremde wirklich auf, wurden aber immer sehr freundlich gegrüsst und mussten auf manches Foto mit drauf.
Ferner besichtigten wir die alte Zitadelle der Stadt, den Ort, wo Bukhara eigentlich entstanden ist (nur von aussen einsehbar, da innen noch stark zerstört), die Bolo-Xauz Moschee (18. Jahrhundert) und die Chashma-Ayub Moschee (12. – 14. Jahrhundert). Alles sehr interessante historische Bauten, zu denen uns unser lokaler Guide immer viel Informationen und Geschichten vermitteln konnte. Die zwei Höhepunkte des Tages waren aber die Besichtigung des Stadttores Chor-Minor (ein Tor mit 4 Türmen, bedeckt mit türkisfarbigen Kuppeln) sowie die älteste Moschee der Welt, der Ismail Samoniy Moschee aus dem 9. Jahrhundert. Das Gebäude ist relativ klein und kunstvoll aus gebrannten Ziegelsteinen gebaut. Von unten nach oben geht der quadratische Bau in ein Acht-Eck, dann ein 16-Eck und schlussendlich in einen Kuppelbau über, wobei die Ziegelsteine so verlegt sind, dass sich herrliche Musterungen ergeben. Der Bau hat die Zerstörungen der Mongolen nur dadurch überlebt, dass er halb im Sand vergraben und mitten in einem Friedhof stand, und so nicht als Moschee erkannt wurde, sondern mehr ein Mausoleum darstellte. Wunderbar!
Nach dem Mittagessen haben wir in einem Supermarkt für morgen Wasser und leichtes Essen eingekauft. Morgen werden wir Usbekistan verlassen und nach Turkmenistan einreisen. Wir wollen für die Grenzformalitäten gewappnet sein!
Total erledigt und verschwitzt sind wir zum Hotel zurück gekehrt und haben den Nachmittag zur freien Verfügung. Ich werde sicher auch noch den Pool aufsuchen!

Mittwoch, 27. Juli 2011

27-Jul-2011

Ort:                     Bukhara, Usbekistan,
Wetter:               sonnig und über 40°C (gefühlt)

Das Frühstücksbuffet hier im Hotel Asia ist herrlich und bietet alles, was das Herz begehrt. Frisch gestärkt und gut ausgeschlafen, trafen wir uns vor 09:00h in der Reception zum ersten Teil der Stadt-Besichtigung.
Im Vergleich zu Samarkand fällt auf, dass die Bauten sehr häufig nicht oder nur wenig mit farbigen Kacheln, Mosaik oder Majolica geschmückt sind, sondern die Fassaden in einem Braunton, dem natürlichen Farbton der Ziegelsteine, gehalten sind. Oftmals wurden die Ziegelsteine aber so kunstvoll verlegt, dass sich wiederum sehr schöne Musterungen der Bauwerke ergeben. Lediglich Kuppeln und Eingangsportale sind zum Teil mit farbigen Kacheln geschmückt.
Besichtigt haben wir die Kalon-Moschee mit einem wunderschönen und sehr hohen Minaret (zweit-grösste Moschee von Zentralasien), die Mir-Arab Koran-Schule (wo heute noch Prediger ausgebildet werden), die Ulugbek Koran-Schule, die Sayfiddin Karavanserei aus dem 19. Jahrhundert, sowie die älteste Moschee Zentralasiens, die Magoki Attori Moschee, welche im 12. Jahrhundert erbaut worden ist.
Erschlagen vom Gesehenen und Gehörten, wurde uns in einem kleinen Restaurant ein leichtes Mittagessen serviert.
Der Nachmittag steht uns zur freien Verfügung und wird für Shopping, individuelles Sightseeing, Ausruhen und Baden im Hotelpool zur Verfügung. Ich bin soeben vom Shopping zurück und bin erschlagen von der Hitze und Trockenheit.
Jetzt geht’s in den Pool und heute Abend wollen wir das warme Licht der Abendsonne nutzen, um nochmals ein paar Fotos der Altstadt von Bukhara zu schiessen.

26-Jul-2011

Ort:                     von Samarkand nach Bukhara, Usbekistan, 350km 
Wetter:               sonnig und bis 39°C

Nach einem guten Frühstück packten wir wieder einmal unsere Autos und verabschiedeten wir uns um 08:30h vom Hotel Orient Start in Samarkand. Da wir beabsichtigten, die Ueberreste des Palastes des grossen Kriegsherrn ‚Amir Temur’ zu besichtigen, fuhren wir nicht in direkter Richtung nach Bukhara, sondern zuerst nach Süden, nach Shabrisabz. Diese Fahrt führte uns über den Pass Tahtakarraca (1788m), wo wir das erste Mal in dieser Region richtige Haarnadel-Kurven zu bezwingen hatten. Kurz nach der Passhöhe stoppten wir bei einem kleinen ‚Restaurant’ an der Strasse und setzten uns in arabischer Manier (d.h. mit gekreuzten Beinen) auf eine Plattform mit Kissen. Dort wurde uns Tee und Wassermelone serviert.
In Shabrisabz parkierten wir unsere Autos vor dem Hotel Orient Start und spazierten zum Park mit Monument und Palast von Amir Temur. Nach nur wenigen Schritten befanden wir uns im Gewühl von Hochzeitsgesellschaften und Hochzeitspaaren. Der Park und das Monument von Amir Temur stellen eine Art ‚Wallfahrtsort’ für Hochzeitspaare dar, die sich hier filmen und fotografieren lassen. Ab sofort waren auch wir als Fremde ‚Fotoobjekte’ und es wurde gegenseitig fotografiert und gefilmt!
Vom Palast des grossen Fürsten ‚Amir Temur’ ist nur noch eine Eingangspforte bruchstückhaft erhalten. Der Palast wurde 1380 bis 1404 erbaut und hatte enorme Dimensionen. Allein die teilweise zerstörte Eingangspforte ist 22.5m breit und 38m hoch und war die grösste in ganz Zentralasien. Teilweise erhalten sind die beiden Türme zur Seite der Eingangspforte. Mittels einer steilen Wendeltreppe mit hohen Stufen in einem der Türme konnten wir auf eine Plattform klettern, von wo aus wir eine herrliche Rundsicht über den Park und die Stadt Shabrisabz geniessen konnten.
Nach einem leichten aber feinen Mittagessen im Hotel Orient Star fuhren wir dann in allgemeiner Richtung Nord-Westen nach Bukhara. Die Hauptstrasse A380 ist ein breites Band Teer, das grösstenteils schnurgerade durch die Landschaft führt. Zügig, mit z.T. über 100km/h rollten wir durch eine Gegend, die immer karger, immer trockener und immer wüstenhafter wurde. Und stets mussten wir Löchern und aufgeweichten Teer-Rillen ausweichen, sodass wir in Schlangenlinie über die Strasse huschten. Links und rechts des Teerbandes immer mehr Sand und Sanddünen und immer weniger trockenes Buschwerk. Starker Wind von rechts blies auf gewissen Abschnitten sogar Sand über die Strasse.
Unterwegs versuchten wir an verschiedenen Tankstellen Diesel zu bekommen. War gar nicht so einfach, da der Staat die Verteilung von Benzin und Diesel sehr restriktiv handhabt und die meisten Fahrzeuge (auch die ältesten Modelle!) auf Gas umgestellt worden sind. Usbekistan hat kein eigenes Erdöl, ist aber reich an Erdgas. Aber wir schafften es dann doch an 2 verschiedenen Tankstellen Treibstoff zu bekommen, sodass wir für die Weiterfahrt gerüstet sind.
In Bukhara eingetroffen, haben wir zuerst an einer Tankstelle die Luftfilter und Pollenfilter gereinigt (mit Druckluft durchgeblasen) und sind dann zum Hotel Asia gefahren, welches ein paar Schritte von der Altstadt entfernt ist. Zu Fuss spazierten wir zu einem italienischen Restaurant, und die meisten von uns bestellten Penne al arabiata mit einem kleinen Salat. Auch das musste mal wieder sein!

Montag, 25. Juli 2011

25-Jul-2011

Ort:                     Samarkand, Usbekistan 
Wetter:               sonnig und bis 34°C

Nach einer weiteren sehr ruhigen Nacht hier in Samarkand ging’s heute zur zweiten Erkundung von Samarkand. Als erstes fuhren wir mit unseren Autos zum Mausoleum Amir Temur, welches wir gestern Abend nach dem Nachtessen mit Beleuchtung noch kurz besichtigt hatten. Auch am Tag ist dieser Bau sehr eindrucksvoll mit seinen türkis-farbigen Kuppel, den zwei Türmen und dem Hauptbau. Der Eingangsbogen zum Mausoleum ist sehr reich mit farbigen Kacheln und Ornamenten versehen und im Mausoleum ist viel mit Blattgold verziert, was einen sehr reichen Eindruck vermittelt. Wiederum ein sehr eindrückliches Monument.
Weiter ging’s zur Gräberstadt Shakhi Zinda, wo sich in früheren Zeiten reiche und bekannte Persönlichkeiten eigene Mausoleen errichten liessen. Auch diese sind grösstenteils reich mit farbigen Keramikplatten, Mosaikwerk und Ornamenten versehen und über den Eingängen sind oft philosophische Sätze festgehalten.
Wiederum reich von Eindrücken fuhren wir dann in eine Seidenmanufaktur, wo uns die Herstellung und Färbung von Seide erklärt wurde. Leider war die Spinnerei nicht in Betrieb, aber wir konnten die Teppich-Knüpferei besichtigen, wo eine Vielzahl von zarten und jungen Händen an verschiedenen Seidenteppichen in flinkem Tempo arbeiteten. Wie nicht anders zu erwarten, führte man uns dann in einen Show-Room, wo die Produkte der Manufaktur angeboten wurden. Einige dieser Produkte werden auch den Weg in die Schweiz finden…
Das Mittagessen wurde uns durch eine private Gastfamilie irgendwo in einem schönen Innenhof der Stadt gereicht. Es gab Salate, Gemüse und Fleisch, Wassermelone und zum Abschluss türkischen Kaffee oder Tee und Wodka, für diejenigen die Lust hatten.
Für den Nachmittag wäre wieder Baden und Relaxen vorgesehen gewesen. Aus dem Baden wird nix, das sie gerade den Pool auspumpen. Dann belassen wir es halt beim Relaxen und Internet-len, da Samarkand während der 2 letzten Tage ohne Internet-Verbindung war. Warum auch immer!
Und morgen geht’s dann weiter nach Bukhara, eine weitere wichtige Stadt an der Seidenstrasse.

Heute habe ich wieder Fotos an Cédric übermittelt und hoffe, dass er Zeit findet, diese in mein Fotoalbum hochzuladen. Gemäss Telefon gestern hat er es sehr streng, vielleicht braucht es etwas Geduld. Jetzt schon herzlichen Dank an Cédric!