Ort: von Bidokht nach Yazd, Iran, 670km
Wetter: sonnig und bis 41°C
Heute ist nicht nur National-Feiertag in der Schweiz, sondern auch Beginn des Ramadan in den islamischen Ländern. Ein spezieller Tag!
Nach einem einfachen und guten Morgenessen verliessen wir Bidokht in Richtung Süd-West. Auf guten Strassen (im Vergleich zu Kasachstan sogar sehr guten Strassen) fuhren wir in zügigem Tempo und ohne grossen Verkehr auf weiten Strecken durch sehr trockenes, ja wüstenhaftes Gebiet, wobei wir uns auf Höhen zwischen 800 bis 2100müM bewegten. Dabei durchfuhren wir weite Ebenen mit endlosen geraden Strecken und einige Hügelzüge mit abwechslungsreichen Kurvenstrecken. Farblich wechselte sandig gelb mit rot bis braunen Felsformationen, manchmal durchzogen mit leicht grünlichem Buschwerk. Und es war glühend heiss und trocken ausserhalb der Fahrzeuge! Ab und zu durchfuhren wir auch kleine Oasen, die jetzt auch mit Palmen bewachsen waren, was den Eindruck einer ‚Wüste’ noch verstärkte. Obwohl die Strecke sehr lang war, bot sich doch einiges an Ablenkung und dank dem, dass wir uns als Fahrer abwechselten, war die Fahrt gut zu meistern.
So fuhren wir durch die Orte Ferdows, Deyhuk, Tabas und Kharanaq und erreichten ca. 70km vor Yazd den kleinen Pilgerort Chakchak, der in die Flanke eines Hügelzuges gebaut ist. Das letzte Stück war eine steile Naturstrasse und den Rest mussten wir zu Fuss gehen. Der Ort hat den Namen von einem stetig tropfenden Rinnsal in einer kleinen Höhle erhalten, was den Laut ‚tschak – tschak – tschak’ ergibt, wenn der Tropfen auf den Boden fällt. Dieses Wasser hält eine uralte Ulme und andere Bäume am Leben und nährt somit eine kleine Oase in den trockenen Felsen. Der Ort wird von den Zoreasten, einer kleinen islamischen Glaubensgruppe verehrt, die sich hier einmal im Jahr zu einem dreitägigen Fest versammeln und auf den Terrassen wohnen und feiern.
Dann fuhren wir endgültig nach Yazd, einer relativ grossen Stadt auf rund 1200m Höhe. Als wir um 19:00h unser Hotel erreichten, zeigte das Thermometer immer noch 40°C an! Das Hotel selber ist ein altes und sehr grosses Herrschaftshaus mit zwei grossen Innenhöfen inmitten der Altstadt und wird über sehr enge und verwinkelte Gassen mit Gegenverkehr (aber ohne Möglichkeit zum Kreuzen!) erreicht. Man musste fast die Spiegel einklappen, um durchzukommen! Die Zimmer sind traumhaft im orientalischen Stil eingerichtet und bieten eine gemütliche Atmosphäre.
Nach dem Nachtessen mit alkoholfreiem Bier holten wir an der Rezeption die kleine Schweizer Fahne, stiegen auf das Dach des Hauses (von wo man einen herrlichen Blick über die Altstadt hat) und machten Fotos zur Feier des Tages.
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