Donnerstag, 11. August 2011

09-Aug-2011

Strecke:              von Elazig nach Ürgüp, Türkei, 580km
Wetter:               sonnig, bis 34°C

Für heute steht eine reine Fahrstrecke ohne grosse Besichtigungen auf dem Programm. Wir verliessen Elazig relativ früh am Morgen und hielten uns westwärts in allgemeiner Richtung Istanbul. Dabei verliessen wir definitiv das Gebiet der Kurden und Armenier in der Osttürkei und fuhren zuerst durch stark vulkanisches Gebiet der Region ‚Südost-Anatolien’. Eine ‚scenic road’ führte uns lange erkalteten Magma-Strömen entlang, wir hielten an schönen Wasserfällen und sahen immer wieder Abschnitte der beiden Seen ‚Keban’ und ‚Karakaya’. Vielerorts wurde an der Strasse gebaut, Stein und Fels wurden abgeschlagen, Dämme aufgeschüttet, Mauern gebaut und Dörfer durchschnitten, um eine 4-spurige Strasse zu erstellen. Dies wird dadurch sichergestellt, dass die bestehenden 2 Fahrspuren (mit Gegenverkehr) wo immer möglich belassen und daneben 2 weitere Fahrspuren gebaut werden. Für uns bedeutete das viel Staub, viele Löcher und viele Baumaschinen.   
Vor der Stadt Malatya fuhren wir in ein Gebiet wo immer mehr Aprikosen-Plantagen stehen. Zudem was Erntezeit und wir sahen viele ‚Wanderarbeiter’ (sehr wahrscheinlich Kurden oder Armenier) die neben den Plantagen ihre grossen Zelte aufgeschlagen und Teppiche ausgerollt hatten und dort mit Familie und ihrem Haushalt temporär lagerten. Die reifen Früchte werden von den Bäumen runter geschlagen, fallen auf weite Tücher und werden dann bei den Höfen oder auf Feldern zum Trocknen an der warmen Sonne ausgebreitet. Ad-hoc besuchten wir eine Cooperation und besichtigten das Trocknen der Früchte und an der Strasse kauften wir natürlich sackweise der herrlichen, getrockneten Aprikosen.
Nach Malatya machten wir einen Umweg und fuhren zur Ausgrabungsstätte ‚Arslantepe’, wo vor ca. 5000 Jahren (also ca. 3000 v.Chr., frühe und mittlere Bronzezeit) das Volk der Hettiter eine erste Siedlung samt Palast auf einem Hügel errichteten. Dank vielen Funden von Münzen, Töpfen, Waffen und anderem mehr, konnte relativ viel der Geschichte der Hettiter rekonstruiert werden, deren Kultur an den Flüssen Euphrat und Tigris entstanden ist. Die Ausgrabungsstätte ist sehr gut beschrieben und überdacht und bieten einen interessanten Einblick.
Dann mussten wir aber weiter und fuhren auf der D300, einer weiteren ‚sehenswerten Strasse’ zügig dem Etappenziel Ürgüp entgegen, welches kurz nach der grossen Stadt Kayseri liegt. Das 5-Stern Hotel ‚Dinler’ war rasch gefunden und wir freuten uns auf wieder einmal 3 Nächte im gleichen Hotel!

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