Ort: von Samarkand nach Bukhara, Usbekistan, 350km
Wetter: sonnig und bis 39°C
Nach einem guten Frühstück packten wir wieder einmal unsere Autos und verabschiedeten wir uns um 08:30h vom Hotel Orient Start in Samarkand. Da wir beabsichtigten, die Ueberreste des Palastes des grossen Kriegsherrn ‚Amir Temur’ zu besichtigen, fuhren wir nicht in direkter Richtung nach Bukhara, sondern zuerst nach Süden, nach Shabrisabz. Diese Fahrt führte uns über den Pass Tahtakarraca (1788m), wo wir das erste Mal in dieser Region richtige Haarnadel-Kurven zu bezwingen hatten. Kurz nach der Passhöhe stoppten wir bei einem kleinen ‚Restaurant’ an der Strasse und setzten uns in arabischer Manier (d.h. mit gekreuzten Beinen) auf eine Plattform mit Kissen. Dort wurde uns Tee und Wassermelone serviert.
In Shabrisabz parkierten wir unsere Autos vor dem Hotel Orient Start und spazierten zum Park mit Monument und Palast von Amir Temur. Nach nur wenigen Schritten befanden wir uns im Gewühl von Hochzeitsgesellschaften und Hochzeitspaaren. Der Park und das Monument von Amir Temur stellen eine Art ‚Wallfahrtsort’ für Hochzeitspaare dar, die sich hier filmen und fotografieren lassen. Ab sofort waren auch wir als Fremde ‚Fotoobjekte’ und es wurde gegenseitig fotografiert und gefilmt!
Vom Palast des grossen Fürsten ‚Amir Temur’ ist nur noch eine Eingangspforte bruchstückhaft erhalten. Der Palast wurde 1380 bis 1404 erbaut und hatte enorme Dimensionen. Allein die teilweise zerstörte Eingangspforte ist 22.5m breit und 38m hoch und war die grösste in ganz Zentralasien. Teilweise erhalten sind die beiden Türme zur Seite der Eingangspforte. Mittels einer steilen Wendeltreppe mit hohen Stufen in einem der Türme konnten wir auf eine Plattform klettern, von wo aus wir eine herrliche Rundsicht über den Park und die Stadt Shabrisabz geniessen konnten.
Nach einem leichten aber feinen Mittagessen im Hotel Orient Star fuhren wir dann in allgemeiner Richtung Nord-Westen nach Bukhara. Die Hauptstrasse A380 ist ein breites Band Teer, das grösstenteils schnurgerade durch die Landschaft führt. Zügig, mit z.T. über 100km/h rollten wir durch eine Gegend, die immer karger, immer trockener und immer wüstenhafter wurde. Und stets mussten wir Löchern und aufgeweichten Teer-Rillen ausweichen, sodass wir in Schlangenlinie über die Strasse huschten. Links und rechts des Teerbandes immer mehr Sand und Sanddünen und immer weniger trockenes Buschwerk. Starker Wind von rechts blies auf gewissen Abschnitten sogar Sand über die Strasse.
Unterwegs versuchten wir an verschiedenen Tankstellen Diesel zu bekommen. War gar nicht so einfach, da der Staat die Verteilung von Benzin und Diesel sehr restriktiv handhabt und die meisten Fahrzeuge (auch die ältesten Modelle!) auf Gas umgestellt worden sind. Usbekistan hat kein eigenes Erdöl, ist aber reich an Erdgas. Aber wir schafften es dann doch an 2 verschiedenen Tankstellen Treibstoff zu bekommen, sodass wir für die Weiterfahrt gerüstet sind.
In Bukhara eingetroffen, haben wir zuerst an einer Tankstelle die Luftfilter und Pollenfilter gereinigt (mit Druckluft durchgeblasen) und sind dann zum Hotel Asia gefahren, welches ein paar Schritte von der Altstadt entfernt ist. Zu Fuss spazierten wir zu einem italienischen Restaurant, und die meisten von uns bestellten Penne al arabiata mit einem kleinen Salat. Auch das musste mal wieder sein!
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