Ort: von Mary, Turkmenistan, nach Maschhad, Iran, 430km
Wetter: sonnig und bis 41°C
Am Vorabend hatten wir die Instruktion erhalten, uns alle ‚Iran-tauglich’ anzuziehen, d.h. die Herren in langen Hosen und die Damen mit langen Röcken oder Hosen, langen Ärmeln und Kopfbedeckung. Wir kannten unsere Ladies am Frühstück kaum mehr!
Früh um 07:30h sind wir so losgefahren, um die Grenze zum Iran auch kurz nach Oeffnung zu erreichen. Und die Zeit war gut kalkuliert; wir trafen kurz nach 09:00h im Grenzort Serahs ein und fuhren ca. einen Kilometer der mit mehrfachem Stacheldraht und Wachtürmen gesicherten Grenze entlang, bevor wir beim Grenzposten von Turkmenistan eintrafen. Wiederum wurden wir durch die Turkmenen speditiv abgewickelt und eine gute Stunde später konnten wir die Metallbrücke über einen ausgetrockneten Flusslauf überqueren. Auf der gegenüberliegenden Seite wurden wir von den Iranern freundlich in Empfang genommen, mussten die Pässe abgeben und die Fahrzeuge in einen Warteraum stellen.
Dann begann die mühsame Prozedur der Pass-, Visum- und Personenkontrolle, gefolgt vom Scannen aller Gepäckstücke, gefolgt vom Import der Fahrzeuge, gefolgt vom bezahlen verschiedenster Gebühren, gefolgt vom Einholen verschiedenster Stempel und Ausfüllen einer Vielzahl von Dokumenten, Kontrolle unserer internationaler Führerscheine, Lösen von Versicherungen für den Iran, etc. etc. Dabei war uns unser neuer lokaler Führer, Massud, der uns schon beim Eintreffen an der Grenze begrüsste, eine grosse Hilfe, nicht nur beim Uebersetzen, sondern auch beim Einholen der verschiedensten Stempel, Unterschriften und Bewilligungen. Er war ständig zwischen den verschiedenen Büros und Gebäuden unterwegs und wies uns an, was wir wann zu tun hatten. Und trotzdem: es dauerte 6.5h bis wir endlich, kurz nach 17:00h, als praktisch alle Büros des Grenzposten geschlossen waren, den iranischen Grenzhof verlassen konnten! Und wir hatten noch einen weiten Weg bis nach Maschhad, der zweitgrössten Stadt des Iran vor uns!!
Aber wir liessen es uns nicht nehmen, ca. 70km nach der Grenze die relativ gut erhaltene Karavanserei ‚Robat e Sha’ zu besichtigen, die sich in herrlichem Abendrot präsentierte. So wurde es dann halt bereits dunkel, als wir in Maschhad einfuhren. Maschhad liegt auf rund 1000müM und hat ca. 2 Mio Einwohner und eine Vielzahl davon tummelte sich auf den Strassen. Was wir da als Fahrer erlebten, ist kaum vorstellbar. Da geht es um Zentimeter, auf 3 Fahrspuren tummeln sich 5 Fahrzeuge nebeneinander, es ist ein Gewusel und Gewimmel, jeder Platz wird ausgenutzt und das z.T. bei Geschwindigkeiten über 60km/h. Bei Einmündungen strömen die Fahrzeuge mehrspurig dazu, es wird gedrängelt und gehupt, auf Kreuzungen ist ein wildes Durcheinander. Und wir mussten sicherstellen, dass wir 4 Fahrzeuge uns nicht aus den Augen verloren. Da kamen uns die Grösse unserer Autos, die Motorenstärke für’s Beschleunigen, die guten Bremsen und auch unser 3-Klang-Sirenenhorn manchmal gut zur Hilfe. Mit dem Horn konnten wir dem vorderen Fahrer auch Zeichen geben, wenn wir das hintere Fahrzeug aus der Sicht verloren. Hinzu kam, dass auch unser lokaler Guide wegen Baustellen und Umfahrungen die Orientierung verlor und wir erst nach fast einer Stunde und gut 40km ‚Herumirren’ in dieser riesigen Stadt schlussendlich das Hotel fanden. Wir waren erledigt!
Aber wir liessen es uns nicht nehmen, und liessen uns um 21.30h noch ein feines Nachtessen auf der Terrasse servieren. Ohne alkoholische Getränke!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen