Sonntag, 7. August 2011

02-Aug-2011


Ort:                     Yazd, Iran
Wetter:               sonnig und bis 43°C

Am Morgen früh bin ich zuerst einmal auf’s Dach gestiegen, um einen Rundblick über die Altstadt in der Morgensonne zu geniessen. Einfach herrlich, mit Blick bis in die weit entfernten Hügelzüge.
Auf dem Programm standen die Besichtigung der ‚stummen Türme’, der Freitagsmoschee, des Bazars, des Wassermuseums und eines Parkes.
Die ‚stummen Türme’ stehen am Rande der Stadt und wurden bis ins Jahr 1970 als Totenstätte der Zoreasten verwendet, die ihre Toten auf die oben offene Plattform legten und darauf warteten, dass die Geier ihre Arbeit verrichteten. Während dieser Zeit wurde unterhalb der Türme gefeiert bis der Totenwächter die Knochen brachte, die dann beerdigt werden konnten. Nach 1970 wurde diese Art der Totenfeier verboten.
Die Freitagsmoschee ist die grösste Moschee der Stadt Yazd und bietet von aussen ein schönes Portal mit feinsten Mosaik-Arbeiten und zwei schlanken und hohen Minaretten. Innen öffnet sich ein grosser Innenhof und eine schön ausgeschmückte Haupthalle mit reichen Mosaikornamenten und –schriften.
Im Wassermuseum wird eindrücklich dargelegt, wie früher das wertvolle Wasser in unterirdischen Kanälen von den umliegenden Bergen zur Stadt floss, wie es in Zisternen gelagert wurde, wie es durch ein ausgeklügeltes System von sogenannten ‚Windtürmen’ belüftet wurde und wie das Wasser dann in die Häuser verteilt wurde: entweder mittels kleinen unterirdischen Kanälen für reiche Leute, oder mittels Wasserkalebassen (tragbare Zinnkannen) für arme Leute.
Nach einem leichten und guten Mittagessen fuhren wir zurück zum Hotel und genossen 3 Stunden Ruhe und Zeit für uns (und damit Zeit zum Blog schreiben und Fotos sichten…).
Am späten Nachmittag sind wir dann nochmals los und haben den Dolat Abad Garten besichtigt, in dem der höchste Windturm von Yazd steht. Dann fuhren wir wieder in die Altstadt und konnten im Saheb Azaman Club traditionellen Kraft- und Fitness-Uebungen beiwohnen, die durch traditionelle Trommelmusik und Gesang begleitet wird.
Zum Nachtessen fuhren wir in eine grosse Hotelanlage in der Altstadt mit vielen Wasserspielen und einer grossen Gartenanlage, wo wir ein tolles Buffet geniessen konnten.
Uebrigens: wir haben hier den südlichsten Punkt unserer Reise erreicht und liegen etwas unterhalb des 32. Breitengrades (entspricht in etwa Jerusalem). Von nun an geht’s wieder nord-west-wärts.

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