Strecke: von Tabriz, Iran, nach Dogubayasit, Türkei, 347km
Wetter: sonnig und gewitterhaft, bis 39°C
Zu früher Morgenstunde haben wir unsere letzte Station im Iran verlassen und machten uns auf den Weg Richtung Grenze Iran-Türkei. Auf einem Umweg durch eine wunderschöne hügelige Landschaft besuchten wir die alte armenische Kirche Surb Thaddeos, ein heiliger Pilgerort für die Armenier. Die Kirche befindet sich nahe einem armenischen Dorf, das aus armseligen Lehmhütten, grosse Heuhaufen, kleine Miststöcke mit einer Vielzahl von Hühnern besteht. Natürlich waren wir bald von einer Kinderschar umgeben, die um Schreibstifte und Schokolade bettelten. Leider hatten wir nichts Entsprechendes dabei.
Noch vor der Grenze machten wir an einer Tankstelle einen Halt und trafen dort auf 3 englische Fahrzeuge mit jungen Fahrern. Die Fahrzeuge waren gross mit „Mongolia Rallye 2011“ beschriftet. Natürlich tauschten wir Informationen aus und erfuhren folgendes: Die Rallye startete am 23. Jui in verschiedenen europäischen Städten. Das Teilnehmerfeld umfasst rund 250 Fahrzeuge und über 300 Personen. Alle Fahrzeuge trafen sich in der Tschechoslovakei und von dort aus machten sie sich auf den Weg Richtung Ulan Bator (praktisch auf der umgekehrten Route wie wir). Die Teams (wenn sie es denn mit ihren kleinen PWs schaffen) wollen in der ersten September Woche in Ulan Bator eintreffen, dort ihre Fahrzeuge verschenken oder billig verkaufen und in ihre Länder zurückfliegen. Ich muss dann im Internet ‚googlen’ um mehr darüber zu erfahren.
Für uns ging’s dann weiter an die Grenze. Nach einem kurzen Mittagshalt fuhren wir den Grenztoren entgegen und überholten eine lange wartende Lastwagen-Kolonne. Vor der Grenze standen etwa 20 PWs, die ebenfalls auf den Grenzübertritt warteten. Massud, unser lokaler Guide schaffte es irgendwie für uns die Passkontrolle zu beschleunigen und den Fahrzeug-Transfer aus dem Iran vorzubereiten, sodass wir aus der wartenden Kolonne ausscheren und bis kurz vor das letzte iranische Tor fahren konnten, Dort weitere Papierkontrollen, Passkontrollen, etc. etc.; wir kannten das ja schon, und nach rund 3 Stunden konnten wir den Iran verlassen. Es folgten die türkischen Kontrolle der Personen- und Fahrzeugpapiere und das komplette Röntgen eines unserer Fahrzeuge (Zufallsprinzip) auf der Suche nach Drogenschmuggel. Auch das ging glatt und nach 4 Stunden Grenzkontrollen fuhren wir endgültig in die Türkei ein. Unsere Damen konnten sich nun ihren Kopftüchern und Strümpfen entledigen und wir alle freuten uns auf ein erstes Bier. Im Duty-Free-Shop habe ich mir schon mal eine Flasche Jack Daniels gekauft, zur Desinfektion etc.!
Die Türkei empfing uns mit einem leichten Gewitterregen, die ersten Tropfen seit wir Russland verlassen hatten!
In Dogubayasit, einem kleinen Ort kurz nach der Grenze checkten wir in einem einfachen Hotel mit Sicht auf den Ararat, den heiligen Berg vieler Religionen, ein (gemäss altem Testament landete ja die Arche Noa nach der Sintflut auf dem Gipfel des 5137m hohen Vulkan). Leider war der schneebedeckte Gipfel aber durch die Wolken verdeckt.
Kurz nach dem Einchecken fuhren wir zum wunderschönen Palast ‚Ishak Pasa Saraji’, den sich ein reicher Fürst vor langer Zeit auf einer Anhöhe erbauen liess. Der grosse Palast wurde und wird gut restauriert und bietet eine prächtige Aussicht in die weite Landschaft.
In einem kleinen Restaurant oberhalb des Palastes dann der ersehnte Moment: ein kühles richtiges Bier! Wie haben wir das doch genossen!!
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