Montag, 22. August 2011

Bin wieder zurück!

Liebe Familie, Freunde und Blog-Leser

Die 8 Wochen sind vorbei und ich bin gesund und munter wieder zu Hause. Nach unglaublich vielen Erlebnissen und neuen Erfahrungen, nach gut 15’000km Pisten und Strassen ist unsere kleine Karawane von 4 Fahrzeugen gestern Abend in Konolfingen bei Bern eingetroffen und wurde herzlich in Empfang genommen.
Ich habe viele wunderschöne Erinnerungen und über 2700 Fotos mit nach Hause genommen, die es nun langsam zu verdauen und zu verarbeiten gilt. Meinen Blog habe ich mit den letzten Notizen aktualisiert und das Fotoalbum auf meiner Webpage ist mit ausgewählten Fotos erweitert worden.

Das wär’s; neues wird nicht mehr dazu kommen. Ich danke allen für die Kommentare, die ich zwischendurch erhalten habe, und die mich ermuntert haben, meinen Blog weiterzuführen und weitere Fotos einzustellen, woraus ich nun ein Reisebuch erstellen kann. Aber zuerst muss ich mich wieder ans ‚normale’ Leben angewöhnen. Ich habe noch eine Woche Zeit dazu J.

Mit lieben Grüssen und bis bald
Michel   

Sonntag, 21. August 2011

21-Aug-2011

Strecke:              von Konolfingen nach Ramlinsburg, 90km
Wetter:               sonnig und bis 34°C

Am Morgen trafen wir uns um 09:00h zum letzten gemeinsamen Frühstück auf der Terrasse des Parkhotels. Dann kam der Moment, wo sich die ersten verabschiedeten und auf den Heimweg machten und sich die tolle Gruppe langsam auflöste.
Jeder von uns nimmt viele gute Erinnerungen, viele neue Eindrücke und Erkenntnisse und viele Fotos mit sich nach Hause, die es nun langsam zu ‚verdauen’ gilt. Wir alle sind froh, dass wir diese 8 Wochen, die über 15’000km und die Strapazen der Reise so gut und unbehelligt überstanden haben und nun lange von all dem zehren können. Und vielleicht werden wir uns bald wieder treffen, um Fotos und Erinnerungen auszutauschen. Es wäre toll!

20-Aug-2011

Strecke:              von Venedig nach Konolfingen, 560km
Wetter:               sonnig und bis 36°C

Habe wieder bestens in meiner geräumigen Kabine geschlafen. Um 07:00h klingelte mein Wecker, da wir für 07:30h zum Morgenessen abgemacht hatten und um 08:00h (alles griechische Zeit) auf dem obersten offenen Deck stehen wollten. Hat alles bestens geklappt. Als wir oben standen, haben wir beidseitig schon Land und vor und hinter uns weitere Schiffe sehen können, die sich wie auf einer Schnur aufgereiht, Venedig näherten.
Die Einfahrt in Venedig ist absolut eindrücklich. Schon weit aussen beginnen die mit Fahrtonnen gekennzeichneten Einfahrkanäle, die Schiffe müssen ihre Geschwindigkeit drosseln und die grossen Pötte (wie unsere Fähre) werden zusätzlich durch eine Schlepper begleitet, der hinten am Schiff mit einer dicken Leine mit dem einfahrenden Schiff verbunden wird. Der Einfahrtskanal windet sich um vorgelagerte Inseln, bis man steuerbords die ganze Szenerie von Venedig vor sich hat: Markus-Turm, Dogenpalast, Markus-Platz und vieles mehr. Unsere Fähre war so hoch, dass wir die Häuser bei weitem überragten und einen sehr guten Ueberblick über das morgendliche Venedig geniessen konnten, welches ganz langsam an uns vorbei zog. Super!
Schliesslich erreichten wir den Hafen von Mestre und der Kapitän legte den riesigen Kahn gekonnt zwischen anderen Kreuzfahrtschiffen und Fähren an der vorgesehenen Mole an. Mittlerweile war es 10:00h griechische und 09:00h lokale Zeit. Bis dann die über 900 Autos und Lastwagen aus dem riesigen Bauch ausgeladen waren und wir mit unseren Autos auf dem Pier standen, verging über eine weitere Stunde und wir Fahrer wurden von unseren Passagieren sehnlichst in warmer Sonne erwartet.  
Später als geplant konnten wir Venedig verlassen und machten uns auf die letzte Etappe via Mailand – Domodossola – Simplon – Lötschberg-Tunnel – Spiez nach Konolfingen bei Bern. Mit Ausnahme eines unfallbedingten Staus auf der Autobahn vor Mailand kamen wir sehr zügig voran und passierten den Grenzübertritt in Gondo sowie das Verladen auf den Autozug in Goppenstein ohne weitere Verzögerung. Nach über 15’000km fuhren wir beim Parkhotel Schloss Hünigen bei Konolfingen im Konvoi und mit 3-Klang-Hörnern auf den Parkplatz und wurden von Familien, Freunden und den Mitgliedern der ersten Reisegruppe mit grossem Hallo und einem Glas Champagner empfangen. Fabienne und Cédric bereiteten mir einen herzlichen Empfang, was mich riesig freute.
Beim gemeinsamen Nachtessen auf der Terrasse des Parkhotels gab es viel zu erzählen und zu berichten und es wurde spät, bis wir uns in unsere Zimmer zurückzogen.

19-Aug-2011

Strecke:              unterwegs mit Fähre ab Patras, Griechenland, nach Venedig
Wetter:               sonnig und feucht

Habe hervorragend geschlafen und bin erst aufgestanden, als wir gegen 07:30h in Corfu eingelaufen sind. Auf dem Schiff herrschte einerseits schon rege Betriebsamkeit, andererseits sah man überall noch schlafende Menschen in ihren Schlafsäcken oder unter Decken. Ein mächtiges Durcheinander!
Auf dem Pier standen viele Autos, zum Teil mit Bootsanhänger, Wohnwagen, aber auch Wohnmobile und Lastwagen, die alle noch im Bauch der grossen Fähre verstaut werden mussten. Während der Verladezeit habe ich mir ein gutes Frühstück im Selbstbedienungsrestaurant gegönnt. Dann Ausfahrt von Corfu, entlang der Insel auf’s offene adriatische Meer hinaus. Von jetzt an werden wir wohl nicht mehr viel Land sehen bis nach Venedig.
Der Rest des Tages wird verbracht mit Lesen, Herumschlendern auf den verschiedenen Decks, Blog und Foto-Index nachführen. Um 19:00h trafen wir uns alle bei der Rezeption, um gemeinsam den Tag bei einen Apéro und feinen Nachtessen abzuschliessen. Tönt leichter als es war: damit wir alle 13 zusammen in der Bar Platz fanden, mussten wir zuerst bei einer Sitzgruppe Schlafsäcke bei Seite legen (was mit einigem Murren der Besitzer quittiert wurde) und das geplante Nachtessen um 20:00h mussten wir auf die zweite Runde um 21:00h verschieben, weil das bediente Restaurant schon proppenvoll belegt war. Dafür genossen wir auf dem offenen Deck einen wunderschönen Sonnenuntergang und hatten nachher mehr Ruhe und die volle Aufmerksamkeit der sehr freundlichen Kellner. Zum Nachtessen genossen wir nochmals griechische Mezze (diverse Vorspeisen) und dann Feines aus dem Meer.  
Diese 2 Nächte und dieser gemütliche Tag auf der Fähre sind ein tolles Ausklingen unserer Expedition vom Orient in den Okzident. Wir haben Zeit, um Erlebnisse in Gedanken und anhand von Fotos nochmals Revue passieren zu lassen und uns so langsam auf das Leben ‚B’ nach diesen wunderbaren 8 Wochen vorzubereiten. Aber noch ist es nicht ganz so weit!  
Wir sind alle gespannt auf das Einlaufen in Venedig morgen früh und dann auf das Zusammentreffen mit Familien, Freunden und den Mitgliedern der Reisegruppe Bern-Peking in Konolfingen bei Bern morgen Abend.

18-Aug-2011

Strecke:              von Athen nach Patras, Griechenland, 375km
Wetter:               sonnig, bis 41°C

Am Nachmittag des gestrigen Tages ist einem Mitglied unserer Reisegruppe leider die Brieftasche samt Pass aus dem Rucksack gestohlen worden. Uns das in Europa! Aber zum Glück auch erst jetzt, sonst wären alle Visa für die Einreise in die verschiedenen Länder fast unmöglich geworden. Mit der Botschaft konnte zum Glück noch gestern Abend vereinbart werden, dass heute Morgen Ersatzpapiere bereitstehen würden; und es hat geklappt! Wir können weiter!
Kurz nach 09:00h verliessen wir Athen und fuhren Richtung Korinth. Dort stand die Besichtigung des Kanals von Korinth auf dem Programm, welcher 1881-1893 erbaut worden ist. Der Kanal misst eine Länge von 6.3km, ist 24.6m breit (auf Seehöhe) und die Wände sind 79m hoch. Der Kanal verkürzt die Fahrstrecke für Schiffe zwischen den Häfen der Adria und der Ägäis um gut 130 Seemeilen, da der ganze Peloponnes sonst umfahren werden müsste. Ein imposantes Bauwerk, welches am 28. Oktober 1893 eingeweiht und dem Verkehr übergeben worden ist. Unterhalb einer Brücke über den Kanal hat sich ein Bungy Jumping Betrieb eingerichtet, und wir konnten zwei waghalsigen Sprüngen in die Tiefe zusehen. Nichts für mich!
Auf dem Peloponnes verliessen wir die Hauptverbindungsstrasse nach Patras und stachen südwärts, dem Meer entlang, in Richtung Epidavros vor. Epidavros ist bekannt für ein sehr gut erhaltenes Amphitheater, welches bis 14'000 Zuschauer fassen kann. Das Bauwerk sowie die Akustik des Amphitheaters sind sehr eindrucksvoll.
In einem Hafenrestaurant in Nafplio gabs Köstlichkeiten aus dem Meer, bevor wir dann wiederum via Korinth nach Patras, dem Ziel des heutigen Tages fuhren. Da das Einschiffen erst ab 21:00h möglich war, genossen wir einen Sundowner auf einer Anhöhe oberhalb Patras mit wunderschöner Sicht über die Stadt, den Hafen und die neue Hängebrücke rüber zu Festland-Griechenland.
Das Verladen klappte reibungslos. Unsere 4 Fahrzeuge sind irgendwo tief im Bauch der grossen Fähre parkiert, Zutritt ist bis Venedig nicht mehr möglich. Ich habe eine schön grosse Aussenkabine mit viel Platz und kleinem Bad bezogen. In den Gängen, unter den Treppen, in verschiedensten Nischen und auf den Decks haben sich Familien, Rucksack-Touristen und andere Gäste mit kleinerem Budget gemütlich eingerichtet, indem sie Matten und Schlafsäcke ausgelegt haben und auch so die Überfahrt mitmachen. Ich ziehe mein gemütliches Bett vor!

Mittwoch, 17. August 2011

17-Aug-2011

Ort:                     Athen, Griechenland
Wetter:               sonnig, bis 36°C

Um 07:30h trafen wir uns in der Lobby des Novotel, um früh zur Akropolis aufzubrechen. Mit der Metro fuhren wir bis zur Station ‚Acropolis’ und spazierten gemütlich zum Eingang des Acropolis Parkes, da die Türen erst um 8:00h geöffnet wurden. Und es machte sich bezahlt: erst ganz wenige Leute, noch angenehme 28°C und schönes warmes Morgenlicht (ideal zum Fotografieren). So kletterten wir durch die Ausgrabungen bis zum Parthenon, welcher zuoberst auf dem Hügel steht. Vielerorts wird gearbeitet, vermessen und aufgezeichnet, um die Gebäude nach den neuesten Möglichkeiten zu erhalten. Von oben hatten wir einen herrlichen Rundblick über die ganze Stadt Athen.
Als wir gut eine Stunde später zurück wollten, mussten wir gegen Menschenmengen ‚ankämpfen’, die sich zum Parthenon drängten; ganze Busladungen waren anscheinend gleichzeitig ausgeladen worden. Wir waren froh, dass wir nicht dort drin steckten.
Dann teilte sich unsere Gruppe wieder auf und ich schloss mich denen an, die mit dem hop-on-hop-off Sightseeing-Bus die Stadt erkunden wollten. Wir wählten das Kombi-Ticket für Rundfahrt in der Altstadt und ins Hafenviertel (Piräus), setzten uns in den oberen Cabriolet-Stock und liessen uns durch die Strassenschluchten und an verschiedenen historischen Bauten entlang schaukeln. Es wurde immer heisser und feuchter!
Beim Fleisch- und Fischmarkt stieg ich aus und spazierte durch die grossen Markthallen, um dem lokalen Treiben zuzusehen. Dann suchte ich den Weg zur Umsteigestation für die Piräus-Rundfahrt, fand den Bus und wiederum einen freien Platz im Oberdeck. Unten im Hafen waren neben Fähren ein paar grosse Kreuzfahrtschiffe vertäut und drängten sich viele Autos, Taxis, Lieferwagen und Menschen auf den Piers. Bei der Wendeschlaufe der Busrundfahrt (beim 2. Pireaus Cruise Ship Terminal), traf ich wieder auf ein paar Mitglieder unserer Reisegruppe und wir beschlossen im alten Hafen ‚Mikrolimano’ etwas zu Mittag zu essen. Der Sightseeing-Bus brachte uns in die Nähe und wir fanden ein kleines Hafen-Restaurant gerade am Wasser, wo uns griechischer Salat und Calamares serviert wurden. Sehr fein!
Wieder mit dem Bus ging’s dann zurück in die Stadt, wo ich noch etwas Shopping geplant hatte.
Total verschwitzt und erledigt bin ich schliesslich ins Hotel zurück gekommen. Wir sind zwar höhere Temperaturen gewöhnt, aber was uns hier zu schaffen macht, ist die hohe Luftfeuchtigkeit. Zum Glück habe ich noch genügend Wäsche zum wechseln!
Für heute Abend ist wieder irgendwo ein gemeinsames Nachtessen vorgesehen. Und morgen können wir ausschlafen; Abfahrt ist erst gegen 09:00h geplant!

Dienstag, 16. August 2011

16-Aug-2011

Strecke:              von Thessaloniki nach Athen, Griechenland, 567km
Wetter:               sonnig, bis 36°C

Wir hatten geplant nach einem frühen Morgenessen um 07:30h loszufahren, aber leider hatte eine grosse Reisegesellschaft (Ladung von 2 Cars) die gleiche Idee, sodass sich am Morgenbuffet schon der erste Stau ergab. Das war neu für uns!
Mit leichter Verspätung ging’s dann los. Auf dem Programm stand nicht einfach der Transfer nach Athen (wären rund 510km gewesen), sondern ein Umweg über Delphi, der Stadt, die gemäss griechischer Sagen den Mittelpunkt der Welt darstellt und wo sich das berühmte Orakel von Delphi befindet.
Die ersten gut 200km konnten wir relativ schnell auf gut ausgebauten Autobahnen abklappern. Nach Lamia verliessen wir dann aber die Hauptstrasse/Autobahn und stachen auf einer kleineren Seitenstrasse quer über verschiedene Hügelzüge (z.T. bis auf 700müM) ins Landesinnere nach Delphi vor.
Delphi empfing uns bei drückender Hitze. Da alles am Hang liegt und wir zu Fuss hoch klettern mussten, waren wir bald alle schweissnass, liessen es uns aber nicht nehmen, bis zu oberst zu steigen. So sahen wir die Ruinen verschiedener Tempel (u.a. Apollo-Tempel), das Amphitheater sowie ganz zu oberst das Station. Zu oberst angekommen entleerte sich eine schwarze Regenwolke über uns, sodass wir fluchtartig unter verschiedenen Bäumen Unterschlupf suchen mussten. Es wurde dadurch aber nicht kühler, sondern nur noch feuchter! Aber der Blick vom Stadion über die Ruinen von Delphi bis hinunter ins Tal, das dicht mit Olivenbäumen übersät ist, war wunderschön.
Von Delphi aus machten wir uns endgültig auf Richtung Athen. Die Stadt erreichten wir im Abendverkehr, aber im Vergleich zu den iranischen und türkischen Städten war der Verkehr hier sehr gesittet. Dank einem Taxi, welches uns voraus fuhr, fanden wir das Novotel auch relativ schnell, sodass wir genügend Zeit für Duschen und Erholen hatten.
Für das Nachtessen fanden wir nicht weit vom Hotel entfernt ein gutes Restaurant mit genügend Platz unter freiem Himmel und liessen uns verschiedene griechische Spezialitäten servieren. Mein Lamm vom Spiess war hervorragend und inkl. allen Getränken (mit Wein und Bier) bezahlten wir für 11 Personen keine 150.00 Euro!
Für morgen ist Sightseeing in Athen vorgesehen. Mehr darüber später…