Freitag, 15. Juli 2011

5-Jul-2011

Ort:                     Karakorum, Mongolei
Wetter:               Regen, 14°C

Nachdem wir am 1. Juli in die Mongolei eingefahren sind, finde ich hier in Karakorum in einer gemütlichen Jurte wiederum etwas Zeit, um mein Tagebuch (oder meinen Blog) weiterzuführen. Draussen regnet es heftig und es ist wesentlich kühler geworden. Doch nun etwas mehr im Detail:

Mit dem Uebergang in die Mongolei haben wir auch die befestigten Strassen Chinas verlassen und sind seither 975km auf unbefestigten Pisten quer durch die Präfekturen Ost-Gobi, Mittel-Gobi und Zentral-Gobi der Mongolei gefahren. Unbefestigte Pisten heisst: gut befahrbare weiche Sand- oder Feldwege, holprige oder schlagende Wellblech-Pisten, harte und rumpelnde Steinpisten, weiche Steppengras-Fahrwege und anderes mehr. So oder so eine starke Beanspruchung der Fahrzeuge und der Passagiere, die manchmal recht hart durchgeschüttelt werden. Zum Teil steht uns Fahrern ein einzelner Pfad zur Verfügung (z.B. bei Passagen von ausgetrockneten Bächen oder engen Felspassagen), zum Teil gibt es 5 bis 10 Spuren nebeneinander, die parallel über die weiten Ebenen führen und dem Fahrer die Wahl lassen. Manchmal fliegen wir mit bis zu 70km/h über die Ebenen, manchmal müssen wir in den Kriechgang zurück schalten, um starke Steigungen oder tiefe Querrillen zu meistern. Ab und zu lässt es sich nicht vermeiden, dass ein Hindernis zu spät gesichtet wird und wir einen harten Schlag aufnehmen müssen.   
Dem Auge bieten sich wunderschöne Landschaften von weiten Ebenen, sanften Hügeln, dunklen Bergkämmen bis zu chaotischen Siedlungen; von sandig farbigen Steppen, über rote Hügelzüge bis grüne Flusstäler und Ebenen, von einsamen Gegenden ohne sichtbares Leben über Gebiete mit Ziegen- und Schafherden bis zu Ansammlungen von wildlebenden Pferden und vereinzelten Kamelen. Wir werden müde vom Erleben und Geniessen.
Die Verpflegung wird durch unsere Begleitmannschaft sichergestellt, die alles Essen für Morgen, Mittag und Abend mitführt und immer frisch vorbereitet. Uebernachtet wird jeweils in Camps. Am 2.7. abends haben wir kurz vor einem Gewitter unsere kleinen 2er-Zelte auf einer wunderschönen einsamen Ebene ausserhalb Sainshand (Ost-Gobi) aufgestellt. Am 3.7. abends haben wir ein Jurten-Camp ausserhalb Mandalgobi (Mittel-Gobi) bezogen (Jurten sind die traditionellen runden Behausungen der mongolischen Nomaden). Am 4.7. sind wir durch ein heftiges Gewitter gefahren, was die unbefestigten Fahrwege sofort in tiefen Morast und sehr weichen Untergrund verwandelte, was Fahrzeug und Fahrer zusätzlich forderte. Uebernachtet haben wir am Fusse eines Berghangs in den eigenen Zelten. In der Nacht auf heute hat es stark gewindet und geregnet, was uns nicht allzu viel Schlaf bescherte. Heute Morgen wieder Sonnenschein und bei Einfahrt in Karakorum erneut starker Regen und Wind. Hier haben wir wiederum ein Jurten-Camp bezogen und geniessen ein paar Stunden der Ruhe. Eigentlich wollten wir Wäsche waschen, aber bei dem Regen und Wind wird nichts draus. Wir müssen das auf später verschieben …

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