Ort: Zamiin Uud, Ostgobi, Mongolei
Wetter: sonnig, 34°C
Nach Frühstück und Einkauf von Wasser und Snacks trafen wir uns um 11:30h in der Reception unseres Hotels in Erenhot. Kurz darauf kam Chan mit unseren Pässen, wir beluden die Autos und fuhren Richtung chinesisch – mongolische Grenze. Von Claudia, unserer Reiseleiterin, sind wir ‚gewarnt’ worden, dass die Grenzformalitäten bis zu 10 Stunden dauern können, da wir die Fahrzeuge wieder aus China exportieren, die chinesischen Nummern retournieren und die hinterlegten Garantien im Betrag von CHF 200'000.00 pro Fahrzeug von den Grenzbehörden wieder freigegeben werden mussten. Die bedeutete unendlicher Papierkram, unendliches Warten und hartnäckiges Verhandeln unserer Begleiter, da dies absolut nicht ein täglicher Prozess für die Grenzbehörden war.
Was wir aber während des stundenlangen Wartens geboten bekamen, war einmalig! Kleine russische Yaz (russische Jeeps) vollgepackt mit Waren und besetzt mit bis zu 10 Personen drängelten sich in 2 bis 3 Kolonnen zur Grenze. Da der Platz in den Wägelchen nicht ausreichte, wurden Pakete unter das Auto gebunden, im Motorraum verstaut, hinten ans Fahrzeug geseilt, aufs Dach gepackt und unter die Sitzbänke gezwängt. Auf den Sitzbänken sassen die Passagiere aufeinander, vorne sassen neben dem Fahrer 3 weitere Personen, die Türen wurden zugehalten oder zugebunden. Auch der technische Zustand war kaum zu unterbieten: die Motörchen rochelten, dängelten, russten und vieles klapperte. Wenn ein Motor nicht mehr startete, schob das hintere Auto mit der Stossstange einfach an. Ein paar liefen gar nicht mehr und wurden über die Grenze geschleppt. Live Fernsehen pur!!
Auch die Lastwagen waren einmalig. Von klapprigen alten Armeelastwagen mit übergrossen und ungebremsten Anhängern bis neueren Sattelschleppern sah man alles. Der grösste Teil dieser Lastwagen war (für uns) total überladen, die Ladung hing seitlich oder hinten hinaus, war mit Seilen und Ketten befestigt und mit losen Tüchern abgedeckt. Manchmal schafften es diese Ungetüme kaum durch die zum Teil schlammigen Fahrspuren und Löcher und mussten mehrmals ansetzen, um den Anhänger aus den Löchern rauszureissen. Unglaublich!!
So waren die Stunden des Wartens für uns doch sehr abwechslungsreich und nach 6 Stunden an der chinesischen Grenze waren alle Papiere soweit bereit, dass wir China verlassen konnten. Wir suchten einen Weg zwischen den Unmengen von Yaz und Lastwagen und fuhren bis zur mongolischen Grenze, wo dann der zweite Teil des Papierkrams begann. Dank ‚carnet de passage’ des TCS war es dann aber doch etwas einfacher, sodass wir nach gut 1.5h auch diese Formalitäten erledigt hatten und endgültig in die Mongolei einfahren konnten.
Nach wenigen Kilometern erreichten wir dann den Tagesziel-Ort, Zamiin Uud, bezogen ein einfaches Hotel und trafen unsere Begleitmannschaft, die uns mit ihrem Lastwagen durch die Mongolei begleiten wird. Der Koch der Mannschaft bereitete uns im Hotel bereits das erste Nachtessen, welches uns allen sehr gut schmeckte. Das kommt gut!
Zum Abschluss des Tages spazierten wir noch zum Bahnhof von Zamiin Uud, wo gerade ein Zug der Mongolian Railway abgefertigt wurde. Morgen früh um 07:10 wird der Trans-Sibirien-Express in Zamiin Uud einfahren. Wir werden dort sein!
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