Freitag, 22. Juli 2011

22-Jul-2011

Strecke:              von Chimkent, Kasachstan, nach Taschkent, Usbekistan, 315km 
Wetter:               sonnig bis 41°C

Nach 5 Tagen in Kasachstan stand heute wieder ein Grenzübertritt auf dem Programm, und zwar nach Usbekistan. Der direkte Weg von Chimkent nach Taschkent, dem Ziel des heutigen Tages, wäre nur rund 160km lang, doch da die Grenze auf dieser Hauptstrasse noch nicht für Fahrzeuge benutzbar ist, mussten wir einen Umweg von weiteren 150km mit einrechnen. Für einige von uns wurde diese Fahrt zum Leidensweg, hat doch bei 4 bis 5 von unserer Reisegruppe irgend ein ‚Käfer’ zugeschlagen, was zu Erbrechen und Durchfall führt.
Bei drückender Hitze erreichten wir die kleine Grenzstation, und die Ausreiseformalitäten gingen zügig voran, bis ein Zöllner bemerkte, dass uns ein Stempel im Pass fehlt. Dieser Stempel hätte an der russisch-kassachischen Grenze eingetragen werden sollen, da wir mehr als 5 Nächte in Kasachstan geblieben sind. Die Folge: 2.5 Stunden warten, zähe Verhandlungen unserer Reiseleitung mit den Zollbeamten, bis man einen Weg fand: Ausfüllen eines detaillierten Protokolls für jeden von uns, mit Entschuldigung, warum dieser Fehler unterlaufen sei. Es waren schlussendlich 6 Seiten Papier (für jeden) auf Kyrillisch, die wir unterzeichnen mussten (wir hätten uns selber verkaufen können!). Aber es klappte! Mit diesen Papieren wurden unsere Pässe abgestempelt und wir durften ausreisen. Dann erst kam die Einreise nach Usbekistan! Für die Passagiere ging das problemlos über die Bühne. Aber wir Fahrer mussten wieder zusätzliche Informationen über das Fahrzeug angeben, die Papiere wurden im Detail überprüft und dann abgestempelt. Aber noch nicht genug: alles Gepäck musste aus den Fahrzeugen geholt und zum Scannen gebracht werden, der Motorraum wurde geprüft, jedes Fach geöffnet und geprüft, und wo sich Medikamente oder andere unbekannte Geräte gefunden wurden (z.B. ein Pneudruckgerät) mussten wir erklären, wofür diese benutzt werden. Erst dann wurden unsere Fahrzeuge freigegeben und konnten wir zu unseren Passagieren fahren, die in der Hitze auf uns warteten.
Die restliche Fahrt in die Hauptstadt Taschkent ging dann zügig von statten. Und wieder einmal bemerkten wir mit grossem Erstaunen den Wechsel von einem Land ins andere. Hier grosszügige und gut gepflegte Strassen, moderne und saubere Autos aller Marken, links und rechts der Strasse Landwirtschaft (z.B. Baumwolle) mit Bewässerung, wiederum Häuser statt Hütten, und in Taschkent selber Prunkbauten, weite Alleen, grosse Parkanlagen, und ein top Hotel!
Hier in Taschkent schliessen wir den ersten Teil unserer grossen Reise vom Orient in den Okzident ab und werden den zweiten Teil einläuten. Dies werden wir heute Abend mit einem gemeinsamen Nachtessen feiern und dabei Claudia, unsere bisherige Reiseleiterin, wie Giorgio, unseren technischen Begleiter und einer der Fahrer, verabschieden; sie werden morgen in die Schweiz zurück fliegen. Begrüssen konnten wir bereits unsere Reiseleitung für den 2. Teil, Andrea. Mit ihr werden wir die Fahrt durch Usbekistan – Turkmenistan – Iran – Türkei – Griechenland – Italien – Schweiz fortsetzen. Wir freuen uns darauf!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen